Japanische Wasserionisierer

Kurz gesagt: Nein, ein höherer Preis und die längere Erfahrung Japans mit Wasserionisierern machen japanische Geräte nicht automatisch besser als koreanische. Entscheidend sind die technische Entwicklung und Ausstattung: eine Durchflussanzeige, die Entkalkung bei hartem mitteleuropäischem Wasser, passende Anschlüsse für europäische Küchen sowie die Qualität der Elektroden und Membranen.

Frage von Ulrich K.: Sind japanische Wasserionisierer besser, weil sie teurer sind?

Japanische Wasserionisierer kosten meist deutlich mehr als Geräte aus Südkorea, Taiwan oder China. Karl Heinz Asenbaum, Autor von „Elektroaktiviertes Wasser“, sieht darin keinen Beleg für bessere Technik. Seine Einschätzung aus dem unten wiedergegebenen Buchauszug von 2015/2016 lässt sich in vier Punkten zusammenfassen:

Worauf Sie beim Vergleich achten sollten

  • Preis: Japan ist wie Deutschland ein Hochlohnland. Asenbaum führt den höheren Preis vor allem auf die Fertigungskosten zurück und beschreibt eine Endmontage, die oft aus Imagegründen in Japan stattfindet. Ein Aufpreis bedeutet deshalb nicht zwingend bessere Technik.
  • Regelung: Eine Durchflussmengenanzeige zeigt Ihnen, wie viel Wasser durch das Gerät fließt, und ist für einen geregelten Betrieb erforderlich. Dem Enagic® Leveluk SD 501 fehlte sie noch 2013.
  • Entkalkung: Nach Asenbaums Darstellung fehlt japanischen Geräten häufig eine Flow-Change-Vorrichtung zum Entkalken, weil es in Japan praktisch kein hartes Wasser gibt. Bei hartem Wasser in Mitteleuropa ist das ein Nachteil.
  • Anschluss und Haltbarkeit: Asenbaum kritisiert die Anschlusstechnik des Leveluk SD 501 als ungeeignet für europäisches Küchendesign. Lange Garantien bewertet er eher als Marketinginstrument denn als Beleg für bessere Bauteile. Als besonders empfindliche Komponente nennt er die Polymer-Diaphragmen, also die Membranen im Gerät.

Geräte verschiedener Herkunft können Sie in unserem Wasserionisierer-Vergleich gegenüberstellen. Messwerte zum bekanntesten japanischen Gerät und seinem Wasser finden Sie in der FAQ Kangen Wasser.

Die ausführliche Antwort aus dem Buch (Auszug, Stand 2015/2016)

Entscheidend ist das Engineering

  • Ähnlich wie Deutschland ist Japan ein Hochlohnland, sodass die Produktionskosten in Japan höher sind als in Südkorea oder gar in Taiwan, China oder Malaysia, wo solche Geräte sonst noch produziert werden. Die Endmontage erfolgt vielfach nur aus Imagegründen in Japan. 1992 wurden pro Jahr noch über ein Million Wasserionisierer „made in Japan“ verkauft. Diesen Markt hat Japan inzwischen zu 75 Prozent verloren.
  • Entscheidend ist nicht die Produktion, sondern das Engineering. Obwohl die japanischen Herstellerfirmen schon älter sind als die koreanischen, ist kein technologischer Vorsprung erkennbar. Im Gegenteil: Dem teuersten 2013 in Europa erhältlichen japanischen Haushaltsgerät der Traditionsfirma Enagic® (Leveluk SD 501) fehlt ein technisches Feature wie die Durchflussmengenanzeige, die zum geregelten Betrieb eines Wasserionisierers unbedingt erforderlich ist. Daneben fehlt eine moderne Flow-Change Vorrichtung zum —> Entkalken, weil es in Japan praktisch kein hartes Wasser gibt.
  • Auch die Anschlusstechnik des japanischen Spitzengeräts Leveluk SD 501 ist für europäisches Küchendesign zu primitiv.
    Selbst weit billigere Geräte aus China, Taiwan oder Malaysia besitzen heute modernere Features.
  • Auch die früher legendäre Haltbarkeit japanischer Geräte ist meiner Meinung nach im Gefolge des allgemeinen Industrietrends zurückgegangen.
    So gewährt der deutsche Vertrieb der südkoreanischen Firma AlkamediTM auf die Geräte bis zu 15 Jahre Garantie, während die Wettbewerber aus allen anderen Ländern lediglich 2 – 7 Jahre Garantie anbieten. (Stand August 2015). Ich persönlich glaube nach 11 Jahren Erfahrung mit Durchlauf-Wasserionisierern nicht, dass ein Wasserionisierer in Mitteleuropa nicht länger als 10 Jahre ohne den Austausch zentraler Komponenten halten wird. Insbesondere die hochempfindlichen Polymer-Diaphragmen sind für längere Lebensdauern nicht vorgesehen. Garantien sind heutzutage eher ein Marketinginstrument als ein sicherer Hinweis auf eine besondere Qualität der Komponenten.

Anschlusstechnik eines japanischen Wasserionisierers (Leveluk SD 501) im Vergleich

Auszug aus dem Buch von Karl Heinz Asenbaum: „Elektroaktiviertes Wasser – Eine Erfindung mit außergewöhnlichem Potential. Wasserionisierer von A – Z“
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