Wie viel Wasserstoff kommt bei der Inhalation wirklich im Blut an – und spielt die Gerätegröße dabei eine Rolle? Wir analysieren aktuelle Studien, erklären den Unterschied zwischen Nasenkanüle und Reservoirmaske und zeigen, welche Aquavolta®-Inhalatoren (150–2000 ml/min) welche H₂-Spiegel im Blut ermöglichen – sicher unter der 4-%-Grenze und für Einzel- und Mehrpersonennutzung geeignet.
Wird mit einem kleinen Wasserstoff-Inhalator wirklich genug H₂ aufgenommen – oder braucht man möglichst viel ml/min? Und wie sicher ist das Ganze in Bezug auf die 4-%-Grenze, die u.a. vom Molecular Hydrogen Institute (MHI) und neuen Systemen wie InH2ale betont wird?[1][2][3]
In diesem Beitrag zeigen wir, wie viel Wasserstoff bei verschiedenen Flussraten physikalisch im Blut ankommen kann, wie sich Nasenkanüle und Reservoirmaske unterscheiden und wie sich die wichtigsten AquaVolta®- und Pulmovolta®-Inhalatoren (150–2000 ml/min) im Licht der vorhandenen Mess- und Studiendaten einordnen lassen.[4][5][6][7][8] Die Systematik dieses Beitrags folgt dem aktuellen atemphysiologischen Modell von LeBaron, Ohno et al. (Respiratory Research, 2026), das die Fraction of Inspired Hydrogen (FiH₂) als standardisierte Dosis-Größe für die H₂-Inhalation etabliert.[38]
Kurz zur Einordnung: Dieser Beitrag ist ein verbraucheraufklärender Informationstext und erklärt die physikalischen und pharmakokinetischen Zusammenhänge der Wasserstoff-Inhalation. AquaVolta®-/Pulmovolta®-Inhalatoren sind Wellnessprodukte und keine Medizinprodukte; es werden keine Heilwirkungen versprochen. Die zitierten Studien dienen der wissenschaftlichen Einordnung von Mess- und Sicherheitsdaten – nicht als Wirkungsnachweis. Die ausführlichen Sicherheits- und Rechtshinweise finden Sie am Ende des Beitrags.
1. Warum diese Frage wichtig ist
Molekularer Wasserstoff (H₂) wird seit Jahren in präklinischen und klinischen Studien wissenschaftlich untersucht – unter anderem im Hinblick auf seine mögliche Rolle als Signalmolekül und im Zusammenspiel mit reaktiven Sauerstoffspezies.[5][9] Es handelt sich dabei um Grundlagenforschung; gesicherte, nach EU-Recht zugelassene gesundheitsbezogene Aussagen zu H₂ gibt es bislang nicht.
Für die Frage, wie viel H₂ tatsächlich im Körper ankommt, ist nicht allein die Gasmenge (ml/min) entscheidend, sondern vor allem, wie viel H₂ die Lunge tatsächlich aufnimmt und welcher H₂-Spiegel im Blut erreicht wird.[10][4]
Gleichzeitig warnen Fachgruppen wie das MHI vor unkontrollierten Gaskonzentrationen oberhalb von ca. 4 Vol-% H₂ in Luft, da dies in den Bereich des physikalischen Explosionsfensters von Wasserstoff fällt.[3][11][1] Neue Systeme wie InH2ale bauen ihre Sicherheitskommunikation daher explizit auf einer kontrollierten FiH₂ (Fraction of inspired Hydrogen) unter 4 % auf.[2][12][13] Den Begriff FiH₂ als standardisierte, atemphysiologisch hergeleitete Dosis-Metrik – analog zur etablierten FiO₂ (Fraction of inspired Oxygen) – hat 2026 erstmals die Modellstudie von LeBaron, Ohno et al. in Respiratory Research formalisiert.[38]
📊 Was die aktuelle Forschung sagt (LeBaron, Ohno et al., Respiratory Research 2026)
Nicht die Geräteleistung in ml/min entscheidet über die Dosis, sondern die Fraction of Inspired Hydrogen (FiH₂) – der H₂-Anteil in der tatsächlich eingeatmeten Luft am Atemweg. Laut Modellrechnung kann der für ein therapeutisches Fenster von 1–4 % FiH₂ nötige H₂-Fluss je nach Atmung und Interface zwischen ≈ 60 ml/min und über 5.000 ml/min liegen. Wörtlich: „flow rate alone does not equal FiH₂.“ Genau deshalb greift die Frage „möglichst viele ml/min?“ zu kurz – es kommt auf das Zusammenspiel von Gerät, Interface (Nasenkanüle/Maske) und Atemminutenvolumen an.[38]
2. Was Studien zur Wasserstoff-Inhalation zeigen
Mehrere klinische und experimentelle Arbeiten haben die Pharmakokinetik der H₂-Inhalation untersucht.[5][10] Besonders aufschlussreich ist eine wissenschaftliche Humanuntersuchung, in der 3 % bzw. 4 % H₂ in Luft/O₂ über eine Maske eingeatmet und der H₂-Spiegel im Blut in Echtzeit gemessen wurde.[4] Diese Untersuchung diente der Sicherheits- und Machbarkeitsprüfung sowie der Messung der H₂-Verteilung im Blut. Sie ist hier ausschließlich als physikalisch-pharmakokinetische Referenz zu verstehen – ein daraus abgeleiteter gesundheitlicher Nutzen für Anwender ist damit nicht ausgesagt.
- Bei 3–4 Vol-% H₂ in der Einatemluft stieg der H₂-Spiegel im Blut innerhalb von ca. 20 Minuten auf ein Plateau.[4]
- Dieses Plateau lag typischerweise bei etwa 10–20 µM (Mikromol pro Liter) gelöstem H₂ im Blut, mit einer Streuung von grob <1 bis ~25 µM – abhängig u.a. vom Maskensitz.[4]
- Nach Beenden der Inhalation fiel der H₂-Spiegel mit Halbwertszeiten im Minutenbereich wieder ab; das Gas wurde überwiegend über die Lunge abgeatmet.[10][4]
Die aktuelle Modellstudie ordnet diese Messwerte physikalisch ein: Über das Henry-Gesetz ergibt sich bei Gleichgewicht ein H₂-Blutspiegel von rund 6 µM pro 1 % FiH₂; gemessen entsprechen 1–4 % FiH₂ etwa 5–28 µM H₂ im Blut – in sehr guter Übereinstimmung mit der Henry-Rechnung.[38][4] Daraus ergibt sich eine hilfreiche Faustformel: Pro 1 % H₂ in der tatsächlich inspirierten Luft kann man im Gleichgewicht mit etwa 6 µM H₂ im Blut rechnen; das therapeutisch diskutierte Fenster liegt bei 1–4 % FiH₂.[38][5][4]
3. Physikalische Grundlagen: Atmung, Löslichkeit, Plateau
3.1 Atemminutenvolumen
- Ein ruhender Erwachsener atmet im klassischen Lehrbuch-Richtwert etwa 6 L/min (0,5 L Tidalvolumen × 12 Atemzüge).[14][15][16]
- In der Praxis liegt das Atemminutenvolumen im Wachzustand jedoch häufig höher: Schon beim Sitzen, Sprechen oder leichter Aktivität sind 8–13 L/min normal – der reine Ruhewert von 6 L/min unterschätzt die tatsächliche Verdünnung daher meist.[38][17][18][19]
3.2 Löslichkeit von H₂ im Blut (≈ Wasser)
- Wasser (und damit grob auch Blut) kann bei Normaldruck maximal ca. 1,6 mg/L H₂ lösen.[20][21]
- Das entspricht rund 1,6 ppm bzw. etwa 800 µM – dies ist die theoretische Sättigungsgrenze.[21][22][20]
3.3 Plateau nach etwa 20 Minuten
- Bei konstanter H₂-Inhalation stellt sich nach ca. 20 Minuten ein (für das jeweilige Setting) stabiles Plateau im Blut ein.[10][4]
- Längere Inhalation (30–60 Minuten) erhöht vor allem die Gesamtdosis über die Zeit (AUC), nicht mehr den Peak-Wert.[23][4]
Wichtig: Die in Humanstudien beobachteten H₂-Spiegel von 10–20 µM liegen weit unterhalb der maximalen Löslichkeit von ~800 µM – wir sehen also ein funktionelles Plateau, nicht die physikalische Obergrenze.[22][5][4]
3.4 Referenztabelle: FiH₂ → Blut-H₂ (Henry-Gesetz)
Die Modellstudie liefert die maßgebliche, über das Henry-Gesetz berechnete Zuordnung von inspirierter H₂-Fraktion zu gelöstem H₂ im Plasma (37 °C, wasserdampfkorrigiert):[38]
| FiH₂ (eingeatmet) | Plasma-H₂ (37 °C) |
|---|---|
| 0,5 % | ≈ 3,0 µM |
| 1 % | ≈ 6,1 µM |
| 2 % | ≈ 12,2 µM |
| 3 % | ≈ 18,3 µM |
| 4 % | ≈ 24,4 µM |
Therapeutisch diskutiertes Fenster laut Studie: 1–4 % FiH₂ ≈ 5–28 µM H₂ im Blut.[38]
4. Nasenkanüle vs. Maske mit Reservoirbeutel
4.1 Nasenkanüle – Haupt-Nutzungsform für Komfort
In der Praxis nutzen die meisten Anwender unsere H₂-Inhalatoren über eine Nasenkanüle, weil dies deutlich angenehmer ist als eine dicht abschließende Maske.[24][25] Dabei treten jedoch Effekte auf, die die effektive H₂-Zufuhr reduzieren:
- Ein Teil des Gases strömt beim Ausatmen einfach an Mund und Nase vorbei in den Raum.
- Die Gasstrahlen aus der Kanüle mischen sich mit Raumluft, bevor sie eingeatmet werden.
- Viele Menschen atmen zeitweise durch den Mund, was den Anteil des H₂-reichen Stroms weiter reduziert.
Aus diesen Gründen ist es realistisch und konservativ, bei H₂-Inhalation über Nasenkanüle mit etwa 50 % „Effizienz“ zu rechnen: Das Gerät produziert z.B. 300 ml/min, aber im Mittel kommt eher etwas wie 150 ml/min im tatsächlich inspirierten Luftstrom an.[24][25][4] Die Modellstudie fasst diesen Mischfaktor als Wirkungsgrad η – mehr dazu in Abschnitt 4.3.[38]
Vorteil: maximaler Komfort, Alltagstauglichkeit, hohe Compliance.
Nachteil: die inspirierte H₂-Fraktion (FiH₂) lässt sich nur grob abschätzen, weshalb wir mit konservativen Annahmen arbeiten.
4.2 Maske mit Reservoirbeutel – Option für maximale Kontrolle
Eine Maske mit Reservoirbeutel (typisch ca. 2–3 Liter Volumen) erlaubt eine deutlich präzisere Steuerung der FiH₂:[13][2]
- Der Beutel wird kontinuierlich mit H₂ befüllt.
- Beim Einatmen entnimmt die Person überwiegend Gas aus dem Beutel, nicht aus der Raumluft.
- Damit gilt näherungsweise: FiH₂ ≈ H₂-Flow (ml/min) / Atemminutenvolumen (ml/min).
Vorteile:
- FiH₂ kann in Abhängigkeit von Atemminutenvolumen und Geräteeinstellung sehr gut kalkuliert und unter 4 % gehalten werden – exakt im Sinne der Sicherheitsansätze von MHI und InH2ale.[1][2][3]
- Mit einem kleineren Gerät (z.B. 150 ml/min) kann eine normal atmende Person (6–8 L/min) bereits FiH₂ im Bereich von ca. 2–3 % erreichen.[16][14]
Nachteile:
- Weniger komfortabel: Mund und Nase sind vollständig abgedeckt.
- Der Reservoirbeutel (z.B. ca. 3 Liter) hängt sichtbar vor der Maske; viele empfinden das auf Dauer als weniger angenehm.
4.3 Warum der „50-%-Faktor“ individuell schwankt (η)
Der in diesem Beitrag verwendete Näherungsfaktor (Feff ≈ 0,5 × Froh) ist ein praktischer Mittelwert. Die Modellstudie führt dafür einen Wirkungsgrad η ein, der stark von der Nasendurchgängigkeit abhängt: Bei guter Nasenatmung liegt η ≈ 0,85, bei eingeschränkter Durchgängigkeit deutlich niedriger.[38]
Relevant für die Praxis: Etwa 10–15 % der Erwachsenen – und 20–25 % der über 65-Jährigen – haben eine so eingeschränkte Nasendurchgängigkeit, dass über eine Low-Flow-Nasenkanüle nur η ≲ 0,6 erreicht wird.[38] Mundatmer nehmen über die Nasenkanüle ebenfalls deutlich weniger H₂ auf.
Konsequenz: Wer überwiegend durch den Mund atmet, eine verstopfte Nase hat oder die FiH₂ exakt steuern will, fährt mit der Reservoirmaske zuverlässiger – sie umgeht die Schwankungen der Nasenkanüle. Das deckt sich mit der allgemeinen Empfehlung der Atemphysiologie, bei schlechter Nasendurchgängigkeit auf eine Maske zu wechseln.[38]
Unsere Empfehlung: Die Nasenkanüle bleibt die Haupt-Nutzungsform (komfortabel, alltagstauglich). Die Reservoirmaske ist eine optionale Profi-Lösung:
- für Anwender, die FiH₂ sehr genau steuern möchten,
- die mit einem kleineren Gerät besonders gas-sparend arbeiten wollen,
- oder die sich bewusst an der 4-%-FiH₂-Linie orientieren wollen – ähnlich wie InH2ale, aber mit anderer Hardware.[2][13]
5. Wie viel H₂ liefern unsere Inhalatoren? (Nasenkanüle, Ruhe)
Zunächst betrachten wir die Situation einer einzelnen Person in Ruhe mit ca. 6 L/min Atemminutenvolumen und Nutzung einer Nasenkanüle.[14][16] Näherungsweise gilt:
- Theoretische H₂-Fraktion (ohne Verluste): Froh = H₂-Flow / (H₂-Flow + 6000)
- Effektive inspirierte H₂-Fraktion mit Nasenkanüle (50-%-Faktor): Feff ≈ 0,5 × Froh
⚠️ Hinweis zum Ruhewert: Die hier genutzten 6 L/min entsprechen dem klassischen Lehrbuch-Ruhewert. In der Praxis liegt das Atemminutenvolumen im Wachzustand – schon beim Sitzen, Sprechen oder leichter Aktivität – häufig bei 8–13 L/min.[38] Real eingeatmet wird die FiH₂ daher meist etwas niedriger als in Tabelle 5.1 berechnet. Das spricht für Geräte mit Reserve: Ein größeres Gerät hält das Blut-Plateau auch bei stärkerer Verdünnung im therapeutischen 1–4-%-Bereich.[38]
5.1 Inspirierte H₂-Prozente mit Nasenkanüle (6 L/min)
| H₂-Flow des Geräts | Beispielgerät | Theoretisch Froh | Geschätzt Feff (inspiriert) |
|---|---|---|---|
| 150 ml/min | Pulmovolta® H2 Mobil 225 (150 ml/min) | ≈ 2,4 % | ≈ 1,2 % H₂ |
| 300 ml/min | AquaVolta® Nafion 117 (300 ml/min) | ≈ 4,8 % | ≈ 2,4 % H₂ |
| 665 ml/min | Pulmovolta® Cavallo 1000 | ≈ 10 % | ≈ 5 % H₂ |
| 1500 ml/min | Großer H₂/HHO-Profi-Inhalator | ≈ 20 % | ≈ 10 % H₂ |
| 2000 ml/min | Pulmovolta® Highdrogen® H2K 3000 | ≈ 25 % | ≈ 12,5 % H₂ |
Schon ein 150-ml/min-Inhalator führt über Nasenkanüle in Ruhe grob zu etwa 1–1,5 % H₂ in der eingeatmeten Luft – im Bereich der in vielen Humanstudien gemessenen Werte (1–3 %).[5][4] Ein 300-ml/min-Gerät liegt bei ca. 2–3 % H₂, also sehr nah an den 3 %, die in der zitierten Studie verwendet wurden.[4][6][7][8][26][27][28][29][30]
Wichtiger Hinweis zur 4-%-Grenze: Die größeren Geräte (ab ca. 665 ml/min) überschreiten mit Nasenkanüle in Ruhe rechnerisch die vom MHI empfohlene FiH₂-Obergrenze von 4 %. Sie sollten daher gedrosselt, bei höherem Atemminutenvolumen (Sport / mehrere Personen) oder mit einer definierten Reservoirmaske betrieben werden, um sicher im empfohlenen Bereich unter 4 % zu bleiben (Details in Abschnitt 8).
5.2 Geschätzte H₂-Spiegel im Blut (Plateau nach ~20 Minuten)
Auf Basis des Henry-Gesetzes (≈ 6 µM pro 1 % FiH₂) und der Humanstudie (3–4 % H₂ → Plateau 10–20 µM, gemessen 5–28 µM bei 1–4 % FiH₂) lässt sich näherungsweise modellieren:[38][5][4]
CBlut, zentral ≈ 6 µM × Feff (in %)
mit realistischer Streuung (Personenvariabilität, Atmung, Cannula-Sitz) von etwa 0,6–1,6-fach dieses Werts.[38][4]
Hinweis zur Methodik: Diese Faustformel orientiert sich am Henry-Gesetz-Modell der Studie von LeBaron, Ohno et al. (2026).[38] Für inspirierte H₂-Anteile oberhalb von etwa 4 % (und damit rechnerische Blutwerte über ~24 µM) handelt es sich um eine Extrapolation außerhalb des in Studien direkt gemessenen Bereichs; die tatsächliche Aufnahme kann durch Lungen- und Löslichkeitsgrenzen niedriger ausfallen.
| H₂-Flow | Feff (inspiriert) | Zentral-Schätzung Blut-H₂ | Plausibler Bereich | H₂ in mg/L (ca.) | Anteil der Sättigung (~800 µM) |
|---|---|---|---|---|---|
| 150 ml/min | ≈ 1,2 % | ≈ 7 µM | ca. 4–12 µM | ≈ 0,014 | ≈ 0,9 % |
| 300 ml/min | ≈ 2,4 % | ≈ 15 µM | ca. 9–23 µM | ≈ 0,030 | ≈ 1,9 % |
| 665 ml/min | ≈ 5 % | ≈ 30 µM* | ca. 18–48 µM* | ≈ 0,060 | ≈ 3,8 % |
| 1500 ml/min | ≈ 10 % | ≈ 61 µM* | ca. 37–97 µM* | ≈ 0,123 | ≈ 7,6 % |
| 2000 ml/min | ≈ 12,5 % | ≈ 76 µM* | ca. 46–122 µM* | ≈ 0,153 | ≈ 9,5 % |
* Rechnerische Extrapolation oberhalb des in Studien gemessenen Bereichs (siehe Methodik-Hinweis oben). Werte ab 665 ml/min liegen über dem therapeutischen 1–4-%-Fenster und sollten gedrosselt, mit Reservoirmaske oder im Multi-User-Betrieb genutzt werden.
Schon ein 150-ml/min-Inhalator erreicht nach etwa 20 Minuten Inhalation über Nasenkanüle H₂-Spiegel von einigen µM im Blut – in der Größenordnung, die in Humanstudien mit 1–2 % H₂ im Atemgas gemessen wurde.[6][5][4] Ein 300-ml/min-Inhalator bewegt sich mit rund 15 µM im Kernbereich der 3-%-Studien (10–20 µM).[4] Größere Geräte (Cavallo, Highdrogen) heben dieses Plateau rechnerisch weiter an, bleiben aber weit unter der theoretischen Sättigung, da Lunge und Löslichkeit natürliche Grenzen setzen.[22][23][4]
6. Sportler & große Menschen: Wenn 10 L/min geatmet werden
Wer sehr tief oder schnell atmet (z.B. Sportler, große Männer, Atemübungen), kann leicht 10 L/min oder mehr erreichen.[18][19][17] Dann wird derselbe H₂-Flow stärker verdünnt, die inspirierte H₂-Fraktion sinkt entsprechend.
Bei 10 L/min (10000 ml/min) und Nasenkanüle ergibt sich:
- Froh = H₂-Flow / (H₂-Flow + 10000)
- Feff ≈ 0,5 × Froh
6.1 Beispielwerte bei 10 L/min (Nasenkanüle)
| H₂-Flow | Feff (inspiriert) | Zentral-Schätzung Blut-H₂ |
|---|---|---|
| 150 ml/min | ≈ 0,75 % | ≈ 4,5 µM |
| 300 ml/min | ≈ 1,5 % | ≈ 9 µM |
| 665 ml/min | ≈ 3,1 % | ≈ 19 µM |
| 1500 ml/min | ≈ 6,5 % | ≈ 39 µM* |
| 2000 ml/min | ≈ 8,3 % | ≈ 50 µM* |
* Über dem therapeutischen 1–4-%-Fenster; hier empfiehlt sich Drosselung, Mehrpersonennutzung (siehe Abschnitt 7) oder eine sicherheitsorientierte Reservoirmaskenkonfiguration (Abschnitt 8).[38]
Bei höheren Atemminutenvolumina hat ein größeres Gerät Vorteile, weil es das Blut-Plateau trotz stärkerer Verdünnung im Bereich der Studienwerte hält.[5][4] Für Sportler, tiefe Atmung oder Anwender, die bei der Inhalation aktiv bleiben möchten, sind der Pulmovolta® Cavallo 1000 oder der Pulmovolta® Highdrogen® H2K 3000 daher physiologisch sinnvoll – insbesondere, wenn mehrere Personen gleichzeitig inhalieren.
7. Multi-User-Einsatz mit T-Stücken
Ein praktischer Vorteil der AquaVolta®-/Pulmovolta®-Inhalatoren: T-Stücke gehören zum Lieferumfang – bei kleineren Geräten typischerweise eins, bei größeren mehrere –, so dass zwei bis vier Personen gleichzeitig inhalieren können.[27][30][7][8]
7.1 Beispiel: Pulmovolta® Cavallo 1000 (ca. 665 ml/min H₂)
- 2 Personen: je ca. 330 ml/min H₂ → bei 8–10 L/min Atemminutenvolumen pro Person FiH₂ grob 3–4 % → Blut-H₂ etwa 18–24 µM pro Person.
- 3 Personen: je ca. 220 ml/min → FiH₂ etwa 2–3 % → Blut-H₂ grob 12–18 µM.
- 4 Personen: je ca. 165 ml/min → FiH₂ um 1,5–2 % → Blut-H₂ etwa 9–12 µM, weiterhin im unteren, aber klar studienrelevanten Bereich.[38][5][4]
7.2 Beispiel: Pulmovolta® Highdrogen® H2K 3000 (2000 ml/min H₂)
- 2 Personen: je ca. 1000 ml/min H₂ – hier sollten Leistung und Atemminutenvolumen bewusst so kombiniert werden, dass FiH₂ pro Person im Bereich von 2–4 % gehalten wird.[30][8][1]
- 3–4 Personen: 3× ~650–700 ml/min bzw. 4× ~500 ml/min → pro Person ähnlich wie beim Cavallo-Single-User bzw. leicht darunter, bei höherem Atemvolumen (10–12 L/min) gut im studienrelevanten Bereich.
So ermöglichen größere Geräte wie Cavallo und Highdrogen sowohl ein höheres individuelles Plateau als auch den gleichzeitigen Betrieb für mehrere Personen.
8. Sicherheit: 4-%-Grenze, Flammfenster und „Inhale-ready“-Konfigurationen
Wasserstoff in Luft ist physikalisch ab etwa 4 Vol-% brennbar; das Flammbarkeitsfenster liegt ungefähr zwischen 4 und 75 Vol-%, mit maximaler Zündbarkeit bei ~18 % H₂.[11][3][1] MHI und Systeme wie InH2ale richten ihre Sicherheitsphilosophie daher auf eine inspirierte Wasserstofffraktion unterhalb von 4 % aus.[3][1][2] Die Modellstudie bestätigt diese Linie: H₂ selbst zeigt auch in hohen Konzentrationen keine erkennbare biologische Toxizität – die maßgeblichen Gründe für eine FiH₂-Obergrenze sind Flammbarkeit und Sauerstoffverdrängung (Hypoxie), nicht der Wasserstoff an sich; oberhalb von 4 % FiH₂ besteht kein belegter Zusatznutzen bei steigendem Risiko.[38]
Mit einer geeigneten Reservoirmaske lassen sich auch AquaVolta®-/Pulmovolta®-Inhalatoren sehr gut in diesem Rahmen betreiben:
- Normale Person mit 6–8 L/min Atemminutenvolumen:
– 150 ml/min → FiH₂ ≈ 2–2,5 % (unter 4 %)
– 300 ml/min → bei 8 L/min ≈ 3,75 % (ebenfalls unter 4 %).[16][2][14] - Sportler mit 10 L/min:
– 300 ml/min → FiH₂ ≈ 3 %; ein Cavallo kann auf 300 ml/min gedrosselt werden, um bei hohem Atemvolumen im „Sweet Spot“ von 2–4 % zu bleiben.[7][17][18]
Damit lassen sich AquaVolta®-/Pulmovolta®-Systeme als „Inhale-ready“ konfigurieren: Standard über Nasenkanüle für maximalen Komfort und optional mit Reservoirmaske, wenn eine besonders exakte Steuerung der FiH₂ und ein sparsamer Betrieb mit kleineren Geräten gewünscht ist.[13][2][24]
⚠️ Sicherheitshinweise für die Anwendung
- Während der Anwendung nicht rauchen; offene Flammen, Funken und Hitzequellen fernhalten.
- Den Inhalator nur in einem gut belüfteten Raum betreiben.
- Gerät, Flussrate und Schläuche nicht eigenmächtig umbauen; ausschließlich die Bedienungsanleitung des Herstellers befolgen.
- Größere Geräte so konfigurieren (Drosselung, Reservoirmaske, Multi-User), dass die inspirierte H₂-Fraktion unter 4 % bleibt.
9. Praxisempfehlungen: Welcher Inhalator für wen?
9.1 150 ml/min – mobiler Einstieg (Pulmovolta® H2 Mobil 225)
- Zielgruppe: Einzelanwender, Einsteiger, mobile Nutzung.
- Nasenkanüle, 6–8 L/min: FiH₂ ≈ 1–1,5 %; Blut-H₂ ≈ 4–12 µM nach ~20 Minuten – im Bereich der in Humanstudien gemessenen H₂-Aufnahme (1–2 % H₂).[6][4][5]
- Mit Reservoirmaske: FiH₂ ≈ 2–2,5 % bei 6–8 L/min – sicher unter 4 %, mit studiennahen Blutwerten, ähnlich dem InH2ale-Ansatz.[2][3]
9.2 300 ml/min – mehr Reserve für Einzelanwender
- Zielgruppe: Einzelanwender mit Fokus auf einen höheren H₂-Durchsatz und mehr Spielraum bei Anwendungsdauer und Atemvolumen.
- Nasenkanüle, 6 L/min: FiH₂ ≈ 2–3 %; Blut-H₂ ≈ 9–23 µM – sehr nah an den 3-%-Studien.[4][5]
- Reservoirmaske, 8–10 L/min: FiH₂ ≈ 3–4 %, sicher unter 4 %, gut geeignet für sportlichere Anwender.
9.3 665 ml/min – Pulmovolta® Cavallo 1000
- Zielgruppe: Familien, Praxen, Studios, Multi-User.
- Single-User, Nasenkanüle, 6 L/min: FiH₂ ≈ 5 %; Blut-H₂ ≈ 18–48 µM – kräftigeres Plateau. Da dieser Wert rechnerisch über 4 % liegt, sollte das Gerät gedrosselt, mit Reservoirmaske oder bei höherem Atemvolumen genutzt werden, um im empfohlenen Bereich unter 4 % zu bleiben.
- Multi-User mit T-Stücken: zwei bis vier Personen gleichzeitig mit pro Person studienrelevanten H₂-Spiegeln.[27][7]
9.4 1500–2000 ml/min – Pulmovolta® Highdrogen® H2K 3000
- Zielgruppe: Profis, Praxen, Multi-User, hohe Atemvolumina, spezielle Protokolle.[29][8][30]
- Einzelperson in Ruhe: rechnerisch hohe FiH₂-Werte. Hier sollten Leistung und Atemminutenvolumen bewusst so kombiniert werden, dass FiH₂ unter 4 % bleibt – mit Nasenkanüle in Ruhe liegt dieses Gerät über 4 % und ist daher zu drosseln oder mit Reservoirmaske bzw. für mehrere Personen zu betreiben.[1][3]
- Mehrere Personen + T-Stücke: 2–4 Personen gleichzeitig – ideal für professionelle Settings.
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10. Fazit: Kleine Geräte sind stark – große Geräte sind flexibel
- Ja, größere Inhalatoren erhöhen den rechnerischen Wasserstoffgehalt im Blut: Das Plateau nach ca. 20 Minuten hängt direkt von FiH₂ ab und steigt mit höherem Flow, sofern Atemminutenvolumen und Applikationsform gleich bleiben.[38][10][4]
- Nein, kleine Geräte sind keineswegs „wirkungslos“: Schon 150 ml/min erreichen über Nasenkanüle H₂-Spiegel im Bereich der in Humanstudien gemessenen Werte; mit Reservoirmaske lassen sich sogar 2–3 % FiH₂ sicher und gas-sparend realisieren.[2][6][5][4]
- Entscheidend ist FiH₂, nicht die reine ml/min-Zahl: Der für 1–4 % FiH₂ nötige Fluss schwankt je nach Atmung und Interface zwischen ≈ 60 ml/min und über 5.000 ml/min – „flow rate alone does not equal FiH₂“.[38]
- Die Nasenkanüle bleibt die Haupt-Empfehlung: Sie ist deutlich angenehmer zu tragen und liefert – trotz gewisser Verluste – ausreichend H₂, um studiennahe Blutspiegel zu erreichen.[25][24][4]
- Die Maske mit Reservoirbeutel ist das Präzisions-Werkzeug: Wer FiH₂ streng an der 4-%-Grenze ausrichten und mit kleineren Geräten maximale Effizienz erzielen möchte, kann damit aus einem normalen Inhalator ein „Inhale-ready“-System machen – mit dem Kompromiss geringeren Tragekomforts.[13][2]
Sachlich zusammengefasst: Schon die kleineren Geräte erreichen H₂-Blutkonzentrationen in einer Größenordnung, wie sie in wissenschaftlichen Messungen dokumentiert wurde. Größere Systeme wie Cavallo und Highdrogen vergrößern den H₂-Durchsatz, ermöglichen den Multi-User-Betrieb und halten den Blutspiegel auch bei hoher Atmung oder mehreren Personen in diesem Messbereich. Mit einer optionalen Reservoirmaske lässt sich die inspirierte H₂-Konzentration präzise und kontrolliert im Bereich unter 4 % steuern. Ein über die gemessene H₂-Aufnahme hinausgehender gesundheitlicher Nutzen ist damit ausdrücklich nicht behauptet.
Sicherheit, Grenzen und wann Sie H₂-Inhalation nicht ohne ärztliche Rücksprache anwenden sollten
Die Wasserstoff-Inhalation ist eine Wellnessanwendung. Sie ist kein Ersatz für ärztliche Diagnostik, Beratung oder Therapie. Eine ärztliche Rücksprache vor der Anwendung empfehlen wir insbesondere:
- bei bestehenden Erkrankungen, insbesondere der Atemwege oder der Lunge,
- in Schwangerschaft und Stillzeit,
- bei Kindern und Jugendlichen,
- nach Operationen oder bei akuten Beschwerden,
- bei regelmäßiger Einnahme von Medikamenten.
Treten während der Anwendung Unwohlsein, Schwindel oder andere ungewohnte Beschwerden auf, beenden Sie die Inhalation und halten Sie bei Bedarf ärztliche Rücksprache. Beachten Sie zusätzlich die Sicherheitshinweise zur Brennbarkeit von Wasserstoff in Abschnitt 8 sowie die Bedienungsanleitung des jeweiligen Geräts.
Wichtiger Hinweis
AquaVolta®-/Pulmovolta®-Inhalatoren sind Wellnessprodukte und keine Medizinprodukte. Sie sind nicht zur Behandlung, Linderung oder Vorbeugung von Krankheiten bestimmt. Dieser Beitrag ersetzt keine ärztliche Beratung, Diagnose oder Behandlung. Die genannten Studien und Messdaten dienen der wissenschaftlichen Einordnung physikalischer und pharmakokinetischer Zusammenhänge; ein gesundheitlicher Nutzen der H₂-Inhalation ist für die hier beschriebenen Anwendungen wissenschaftlich nicht abschließend belegt. Bei gesundheitlichen Fragen oder Beschwerden wenden Sie sich bitte an eine Ärztin oder einen Arzt.
Transparenzhinweis: aquacentrum.de vertreibt die in diesem Beitrag genannten AquaVolta®-/Pulmovolta®-Inhalatoren. Der Beitrag enthält daher Links zu eigenen Produktseiten. Die wissenschaftlichen Quellen (Studien und Fachpublikationen) sind davon unabhängig.
Häufige Fragen zur H₂-Inhalation und Blutaufnahme
Was bedeutet FiH₂ und warum ist sie wichtiger als ml/min?
FiH₂ (Fraction of Inspired Hydrogen) ist der Anteil an Wasserstoff in der tatsächlich eingeatmeten Luft – die eigentliche „Dosis“, die in der Lunge ankommt. Die Geräteleistung in ml/min sagt das allein nicht aus, weil das H₂-Gas vor dem Einatmen mit Raumluft verdünnt wird. Laut atemphysiologischem Modell (LeBaron, Ohno et al., Respiratory Research 2026) liegt das sinnvolle therapeutische Fenster bei 1–4 % FiH₂, was etwa 5–28 µM Wasserstoff im Blut entspricht. Der dafür nötige H₂-Fluss hängt von Atemvolumen und Interface ab und kann zwischen ca. 60 ml/min und über 5.000 ml/min liegen.
Wie viel Wasserstoff kommt bei der Inhalation im Blut an?
In pharmakokinetischen Messungen erreichte der H₂-Spiegel im Blut bei 3–4 % H₂ in der Atemluft nach etwa 20 Minuten ein Plateau von rund 10–20 µM. Über das Henry-Gesetz entsprechen 1–4 % FiH₂ etwa 5–28 µM gelöstem H₂ im Blut (≈ 6 µM pro 1 % FiH₂). Die genaue Höhe hängt von Flussrate, Atemvolumen und Applikationsform – Nasenkanüle oder Reservoirmaske – ab.
Ist die Wasserstoff-Inhalation sicher?
Wasserstoff ist in Luft ab etwa 4 Vol-% brennbar. Inhalationssysteme werden deshalb so ausgelegt, dass die eingeatmete H₂-Fraktion (FiH₂) unter 4 % bleibt. Während der Anwendung sollten Sie auf offene Flammen, Funken und Rauchen verzichten und die Herstellerhinweise beachten. H₂-Inhalation ist eine Wellnessanwendung und kein Arztersatz.
Wie lange sollte man Wasserstoff inhalieren?
In Messstudien stellt sich der H₂-Spiegel im Blut nach etwa 20 Minuten auf ein Plateau ein. Längere Anwendungen erhöhen vor allem die Gesamtdosis über die Zeit, nicht den Spitzenwert. Übliche Anwendungsdauern liegen im Bereich von etwa 20–60 Minuten.
Nasenkanüle oder Reservoirmaske – was ist besser?
Die Nasenkanüle ist komfortabler und alltagstauglicher, liefert aber eine nur grob abschätzbare H₂-Fraktion. Die Reservoirmaske erlaubt eine präzise, gut kalkulierbare FiH₂ und besonders sparsamen Betrieb – bei geringerem Tragekomfort. Bei eingeschränkter Nasendurchgängigkeit oder Mundatmung (laut Studie 10–15 % der Erwachsenen, 20–25 % der über 65-Jährigen) ist die Maske klar im Vorteil. Für die meisten Anwender ist die Nasenkanüle die Hauptlösung.
Veröffentlicht am 22. Mai 2026 · zuletzt aktualisiert am 30. Mai 2026 · Autoren: Karl Heinz Asenbaum (Autor & Forscher) und Yasin Akgün (Dipl.-Ing. TU München).
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