Wie viel Wasserstoff kommt bei der Inhalation im Blut an? Wir rechnen für Nasenkanüle und Reservoirmaske nach: Faustregel ≈ 6 µM pro 1 % FiH₂, Richtwerte aus Studien für 150 bis 2000 ml/min, dazu die 4-%-Grenze und die empfohlenen Flussraten.
Ein Wasserstoff-Inhalator mit 150 oder 300 ml/min kann je nach Atmung und verwendeter Nasenkanüle oder Maske unterschiedliche H₂-Anteile in der eingeatmeten Luft liefern. Für die Einordnung der Geräte ist deshalb entscheidend, wie viel Wasserstoff tatsächlich eingeatmet wird. Diese Größe heißt FiH₂ (Fraction of Inspired Hydrogen, eingeatmeter Wasserstoffanteil). Eine Modellstudie von LeBaron, Ohno et al. (Respiratory Research, 2026) schlägt sie als Dosismaß vor, analog zur FiO₂, dem eingeatmeten Sauerstoffanteil.[38]
Nach dem Modell gilt näherungsweise: Pro 1 % H₂ in der eingeatmeten Luft stellt sich im Blut ein Gleichgewicht von etwa 6 µM ein. In Studien wurde ein Bereich von 1–4 % FiH₂ untersucht, das entspricht rund 5–28 µM im Blut.[38][4][21] Für die Geräte in diesem Beitrag ergeben sich nach den Richtwerten der Studie folgende Schätzungen:
- Nasenkanüle: 150–300 ml/min ergeben etwa 0,5–1 % FiH₂ ≈ 3–6 µM. 150 ml/min liegt damit unter dem untersuchten Bereich von 1–4 %, 300 ml/min an dessen unterem Rand. Für 2–4 % braucht es über die Kanüle etwa 600–1200 ml/min.[38]
- Reservoirmaske: 150–300 ml/min können abhängig vom Atemminutenvolumen etwa 2–4 % FiH₂ ≈ 12–24 µM erreichen, weil weniger Gas verloren geht. Bei ruhiger Atmung kann dieser Bereich überschritten werden; die Rechenbeispiele und Grenzen erläutern die Abschnitte zur Maske und zur Sicherheit.
- Geräte mit 1500–2000 ml/min liegen nach diesen Richtwerten für eine Person über der 4-%-Grenze und über dem Höchstfluss der Studie (1200 ml/min). Sie müssen gedrosselt oder auf mehrere Personen verteilt werden (Abschnitt 8).[1][3][38]
Die folgenden Berechnungen ordnen die AquaVolta®- und Pulmovolta®-Inhalatoren anhand dieser Richtwerte ein.[4][5][6][7][8]
Dieser Beitrag ist ein verbraucheraufklärender Informationstext zu den physikalischen und pharmakokinetischen Zusammenhängen der Wasserstoff-Inhalation. AquaVolta®-/Pulmovolta®-Inhalatoren sind Wellnessprodukte und keine Medizinprodukte; es werden keine Heilwirkungen versprochen. Die zitierten Studien dienen der Einordnung von Mess- und Sicherheitsdaten, nicht als Wirkungsnachweis. Die ausführlichen Sicherheits- und Rechtshinweise finden Sie am Ende des Beitrags.
1. Warum ml/min allein nicht ausreicht
Molekularer Wasserstoff (H₂) wird seit Jahren in präklinischen und klinischen Studien untersucht, unter anderem als mögliches Signalmolekül.[5][9] Es handelt sich um Grundlagenforschung; nach EU-Recht zugelassene gesundheitsbezogene Aussagen zu H₂ gibt es bislang nicht.
Das Gas aus dem Gerät wird vor dem Einatmen mit Raumluft verdünnt. Wie stark diese Verdünnung ausfällt, hängt unter anderem davon ab, wie kräftig eine Person einatmet. Dabei ist der Spitzenfluss beim Einatmen maßgeblich (typisch 20–35 L/min); er liegt weit über dem Gasfluss des Geräts. Nach der Modellrechnung kann der für 1–4 % FiH₂ nötige H₂-Fluss je nach Atmung und Art der Gaszufuhr zwischen etwa 60 ml/min und über 5.000 ml/min liegen. Wörtlich: „flow rate alone does not equal FiH₂.“[38][4]
Für die Sicherheit ist die Brennbarkeit entscheidend: Ab etwa 4 Vol-% ist Wasserstoff in Luft brennbar. Das Molecular Hydrogen Institute (MHI) und die Modellstudie empfehlen deshalb, die eingeatmete H₂-Fraktion unter 4 % zu halten (Abschnitt 8).[3][11][1]
2. Was Studien zur Wasserstoffaufnahme im Blut zeigen
Eine für diesen Beitrag zentrale Messreihe stammt von Ono et al. (2012): Drei Patienten atmeten 3 % bzw. 4 % H₂ in Luft/O₂ über eine Gesichtsmaske mit Reservoirbeutel. Dabei wurde der H₂-Spiegel im Blut laufend gemessen. Bei zehn weiteren Patienten wurde unter 3 % H₂ die Reproduzierbarkeit geprüft.[4][10][5] Die Untersuchung diente der Sicherheitsprüfung und der Messung der H₂-Verteilung im Blut und wird hier nur als pharmakokinetische Referenz genutzt; ein gesundheitlicher Nutzen für Anwender ist damit nicht ausgesagt.
- Bei 3–4 Vol-% H₂ erreichte der Blutspiegel nach etwa 20 Minuten ein Plateau von etwa 10–20 µM (Mikromol pro Liter). In der Folgeuntersuchung streuten die Werte von unter 1 bis etwa 25 µM; bei den niedrigsten Werten führte ein besserer Maskensitz zu einer höheren Aufnahme.[4]
- Nach dem Ende der Inhalation fiel der Spiegel innerhalb weniger Minuten wieder ab.[4][23]
Die Modellstudie ordnet diese Messwerte anhand des Henry-Gesetzes ein. Es beschreibt, wie sich ein Gas abhängig von seinem Partialdruck in einer Flüssigkeit löst. Im Gleichgewicht ergeben sich nach dem Modell rund 6 µM pro 1 % FiH₂; in den angeführten Messungen entsprechen 1–4 % FiH₂ etwa 5–28 µM.[38][4][21]
3. Physikalische Grundlagen: Atmung, Löslichkeit, Plateau
3.1 Atemminutenvolumen
Das Atemminutenvolumen bezeichnet die Luftmenge, die eine Person pro Minute ein- und ausatmet. Ein ruhender Erwachsener atmet nach dem Lehrbuchwert etwa 6 L/min (0,5 L × 12 Atemzüge).[14][15][38] Im Wachzustand, beim Sitzen oder Sprechen, sind 8–13 L/min normal; von dieser Alltagsatmung gehen die Richtwerte der Modellstudie aus.[38][16][19]
3.2 Löslichkeit von H₂ im Blut
- Reines Wasser löst bei etwa 20 °C und Normaldruck maximal rund 1,6 mg/L H₂, das sind etwa 1,6 ppm oder 800 µM.[20][22][4]
- Im Blutplasma bei 37 °C ist die Löslichkeit niedriger, etwa 650 µM bei reinem H₂ und Normaldruck. Das ist die theoretische Sättigungsgrenze unter diesen Bedingungen.[38][20]
3.3 Plateau nach etwa 20 Minuten
In der beschriebenen Maskenstudie stellte sich bei konstanter Inhalation nach etwa 20 Minuten ein stabiles Plateau im Blut ein. Eine längere Inhalation (30–60 Minuten) erhöht nach Erreichen dieses Gleichgewichts die Gesamtdosis über die Zeit; der Spitzenwert steigt dabei nicht weiter.[4][38] Die gemessenen 10–20 µM liegen weit unter der Sättigungsgrenze von etwa 650 µM. Das Plateau entsteht durch das Gleichgewicht aus Aufnahme und Abatmung bei der jeweiligen FiH₂.[38][5][4]
3.4 Referenztabelle: FiH₂ → Blut-H₂ (Henry-Gesetz)
Die Modellstudie ordnet die eingeatmete H₂-Fraktion dem gelösten H₂ im Plasma wie folgt zu (37 °C, unter Berücksichtigung des Wasserdampfanteils):[38]
| FiH₂ (eingeatmet) | Plasma-H₂ (37 °C) |
|---|---|
| 0,5 % | ≈ 3,0 µM |
| 1 % | ≈ 6,1 µM |
| 2 % | ≈ 12,2 µM |
| 3 % | ≈ 18,3 µM |
| 4 % | ≈ 24,4 µM |
In Studien untersuchter Bereich: 1–4 % FiH₂ ≈ 5–28 µM. Für die meisten untersuchten Effekte nennt die Modellstudie etwa 2–10 µM, also einen Bereich um rund 1 % FiH₂. Ob höhere Konzentrationen einen zusätzlichen Nutzen haben, ist offen.[38]
4. Nasenkanüle oder Maske mit Reservoirbeutel
4.1 Nasenkanüle: die übliche Nutzungsform
Die meisten Anwender nutzen unsere H₂-Inhalatoren über eine Nasenkanüle, weil sie angenehmer zu tragen ist als eine dicht sitzende Maske.[24][25] Dabei geht ein Teil des Gases verloren: Beim Ausatmen strömt H₂ ungenutzt in den Raum, die Gasstrahlen mischen sich mit Raumluft, und bei Mundatmung wird weniger H₂ aufgenommen.
Für durchschnittlich atmende Erwachsene nennt die Modellstudie folgende Richtwerte: Etwa 200–300 ml/min H₂ ergeben rund 1 % FiH₂; für 2–4 % sind etwa 600–1200 ml/min nötig. Bei eingeschränkter Nasenatmung fällt die Aufnahme geringer aus.[38] Auf diesen Richtwerten beruhen die Tabellen unten. In einer Tierstudie mit abgedichteter Kanüle wurde dagegen fast das gesamte Gas aufgenommen. Sitz der Kanüle und Atmung beeinflussen die Verluste erheblich.[25]
Vorteil: Komfort und Alltagstauglichkeit.
Nachteil: Die FiH₂ lässt sich nur grob abschätzen und ist bei gleichem Gerät deutlich niedriger als mit Maske.
4.2 Maske mit Reservoirbeutel: rechnerische Einordnung der FiH₂
Bei einer Maske mit Reservoirbeutel (typisch 2–3 Liter) wird das zugeführte Gas im Beutel gesammelt und steht beim Einatmen zur Verfügung. Für die rechnerische Einordnung gilt näherungsweise: FiH₂ ≈ H₂-Flow (ml/min) / Atemminutenvolumen (ml/min).[13][2] Auch Ono et al. verwendeten eine Maske mit Reservoirbeutel.[4]
Vorteile: Bei bekanntem Atemminutenvolumen lässt sich die FiH₂ aus der Geräteeinstellung näherungsweise berechnen und auf einen Wert unter 4 % auslegen.[1][2][3] Ein kleines Gerät (150 ml/min) ergibt bei einer normal atmenden Person (6–8 L/min) rechnerisch etwa 2–2,5 % FiH₂.[14][38]
Nachteile: Mund und Nase sind abgedeckt, der Beutel hängt sichtbar vor der Maske. Bei 300 ml/min und ruhiger Atmung (6 L/min) liegt die FiH₂ rechnerisch bereits bei 5 %; dann muss der Gasfluss gedrosselt werden.
4.3 Warum die Kanülenwerte individuell schwanken (η)
Die Modellstudie beschreibt die Aufnahme über die Kanüle mit einem Wirkungsgrad η. Dieser hängt von der Nasendurchgängigkeit ab: Bei freier Nasenatmung liegt η bei etwa 0,85. Etwa 10–15 % der Erwachsenen und 20–25 % der über 65-Jährigen erreichen über eine Low-Flow-Nasenkanüle, also eine Kanüle mit niedrigem Gasfluss, nur η ≲ 0,6. Bei Mundatmung wird ebenfalls deutlich weniger H₂ aufgenommen.[38]
Wenn Sie überwiegend durch den Mund atmen, eine verstopfte Nase haben oder die FiH₂ gezielter einstellen möchten, kommt eine Reservoirmaske infrage.[38] Für den Alltag bleibt die Nasenkanüle die übliche Lösung.[2][13]
5. Wie viel H₂ liefern unsere Inhalatoren? (Nasenkanüle)
Die folgenden Schätzungen gelten für eine Person, wach und sitzend (etwa 8–13 L/min Atemminutenvolumen), mit Nasenkanüle. Für die Tabellen nähern wir die Richtwerte der Modellstudie linear an: FiH₂ (Kanüle) ≈ H₂-Flow / 300 %, also 300 ml/min ≈ 1 %, 600 ml/min ≈ 2 %, 1200 ml/min ≈ 4 %.[38] Bei ruhiger Atmung können die Werte höher, bei eingeschränkter Nasenatmung deutlich niedriger liegen (Abschnitt 4.3).
5.1 Eingeatmete H₂-Prozente mit Nasenkanüle (Richtwerte nach [38])
| H₂-Flow des Geräts | Beispielgerät | Richtwert FiH₂ (Kanüle) | Zum Vergleich: Reservoirmaske bei 8 L/min |
|---|---|---|---|
| 150 ml/min | Pulmovolta® H2 Mobil 225 (150 ml/min) | ≈ 0,5 % H₂ | ≈ 1,9 % |
| 300 ml/min | AquaVolta® Nafion 117 (300 ml/min) | ≈ 1 % H₂ | ≈ 3,75 % |
| 665 ml/min | Pulmovolta® Cavallo 1000 | ≈ 2,2 % H₂ | ≈ 8 % (zu hoch, drosseln) |
| 1500 ml/min | Großer H₂/HHO-Profi-Inhalator | ≈ 5 % H₂* | ≈ 19 % (ungeeignet) |
| 2000 ml/min | Pulmovolta® Highdrogen® H2K 3000 | ≈ 6,7 % H₂* | ≈ 25 % (ungeeignet) |
* Über 4 % FiH₂ und über dem von der Studie empfohlenen Höchstfluss von 1200 ml/min pro Person; nur gedrosselt oder auf mehrere Personen verteilt betreiben (Abschnitte 7 und 8).[38]
Die Schätzwerte für 150 ml/min und 300 ml/min betragen über die Kanüle etwa 0,5 % bzw. 1 % H₂ in der eingeatmeten Luft. Die 3 % der Humanstudie werden nach dieser Näherung über die Kanüle erst mit rund 900 ml/min erreicht, mit Reservoirmaske abhängig von der Atmung bereits mit 150–300 ml/min.[4][38][6][7][8][26][27][28][29][30] Der Cavallo 1000 liegt mit etwa 2 % über die Kanüle innerhalb des untersuchten Bereichs.
5.2 Geschätzte H₂-Spiegel im Blut (Plateau nach etwa 20 Minuten)
Aus dem Henry-Gesetz (≈ 6 µM pro 1 % FiH₂) und den Humandaten ergibt sich folgende Näherung:[38][5][4]
CBlut, zentral ≈ 6 µM × FiH₂ (in %)
Die folgenden Tabellenwerte berücksichtigen für Person, Atmung und Kanülensitz eine geschätzte Streuung von etwa dem 0,6- bis 1,6-Fachen dieses Werts.[38][4]
Hinweis zur Methodik: Die Faustformel folgt dem Henry-Gesetz-Modell von LeBaron, Ohno et al. (2026), die Kanülenwerte deren Richtwerten.[38] Für eingeatmete H₂-Anteile über etwa 4 % ist die Formel eine Extrapolation außerhalb des gemessenen Bereichs; die tatsächliche Aufnahme kann niedriger ausfallen.
| H₂-Flow | FiH₂ (Kanüle, Richtwert) | Zentral-Schätzung Blut-H₂ | Plausibler Bereich | H₂ in mg/L (ca.) | Anteil der Sättigung (~650 µM, Plasma 37 °C) |
|---|---|---|---|---|---|
| 150 ml/min | ≈ 0,5 % | ≈ 3 µM | ca. 2–5 µM | ≈ 0,006 | ≈ 0,5 % |
| 300 ml/min | ≈ 1 % | ≈ 6 µM | ca. 4–10 µM | ≈ 0,012 | ≈ 0,9 % |
| 665 ml/min | ≈ 2,2 % | ≈ 13 µM | ca. 8–21 µM | ≈ 0,027 | ≈ 2,1 % |
| 1500 ml/min | ≈ 5 % | ≈ 30 µM* | ca. 18–48 µM* | ≈ 0,061 | ≈ 4,7 % |
| 2000 ml/min | ≈ 6,7 % | ≈ 40 µM* | ca. 24–64 µM* | ≈ 0,081 | ≈ 6,2 % |
* Rechnerische Extrapolation oberhalb des in Studien gemessenen Bereichs (siehe Methodik-Hinweis); Betrieb nur gedrosselt oder für mehrere Personen (Abschnitt 8).
Für einen 150-ml/min-Inhalator ergibt die Schätzung über Nasenkanüle nach etwa 20 Minuten wenige µM H₂ im Blut, für ein 300-ml/min-Gerät etwa 6 µM. Das entspricht dem Bereich, den die Modellstudie für die meisten untersuchten Effekte nennt (etwa 2–10 µM), liegt aber unter den 10–20 µM der Maskenstudie.[38][4] Unter den hier verglichenen Geräten erreicht der Cavallo 1000 über die Kanüle rechnerisch Werte im Bereich der Maskenstudie. Vergleichbare Schätzwerte ergeben sich für kleine Geräte mit Reservoirmaske, abhängig von der Atmung.
6. Sportler und große Menschen: wenn deutlich mehr geatmet wird
Bei tiefer oder schneller Atmung wird derselbe H₂-Fluss stärker verdünnt. Das kann etwa bei Sportlern, großen Männern oder Atemübungen relevant sein.[19][16][17][18][38] Die Richtwerte in Abschnitt 5 gelten für Alltagsatmung. Verdoppelt sich das Atemminutenvolumen (etwa 20 L/min bei leichter Belastung), halbiert sich die FiH₂ näherungsweise.
6.1 Beispielwerte bei verdoppelter Atmung (Nasenkanüle)
| H₂-Flow | FiH₂ (Kanüle, ca.) | Zentral-Schätzung Blut-H₂ |
|---|---|---|
| 150 ml/min | ≈ 0,25 % | ≈ 1,5 µM |
| 300 ml/min | ≈ 0,5 % | ≈ 3 µM |
| 665 ml/min | ≈ 1,1 % | ≈ 7 µM |
| 1500 ml/min | ≈ 2,5 % | ≈ 15 µM* |
| 2000 ml/min | ≈ 3,3 % | ≈ 20 µM* |
* FiH₂ unter 4 %, aber der Gasfluss liegt über den 1200 ml/min, die die Studie pro Person als Obergrenze nennt (Brennbarkeit an der Kanüle, Abschnitt 8).[38]
Bei hohem Atemminutenvolumen kann ein größeres Gerät rechnerisch Blutkonzentrationen im untersuchten Bereich ergeben.[38][4] Für Sportler oder mehrere Personen kommen daher der Pulmovolta® Cavallo 1000 oder der Pulmovolta® Highdrogen® H2K 3000 (gedrosselt oder geteilt) infrage. Auch bei stärkerer Atmung gelten die Grenzen für den Gasfluss pro Person.
7. Mehrere Personen mit T-Stücken
T-Stücke gehören zum Lieferumfang, bei kleineren Geräten typischerweise eins, bei größeren mehrere. Damit können zwei bis vier Personen gleichzeitig inhalieren.[27][30][7][8] Die folgenden Rechenbeispiele setzen eine gleichmäßige Aufteilung des Gasflusses voraus. Die Kanülenwerte gelten für Nasenkanüle und Alltagsatmung (FiH₂ ≈ Flow/300 %); die Maskenwerte folgen der Näherung FiH₂ ≈ Flow/Atemminutenvolumen bei 8–10 L/min.
7.1 Beispiel: Pulmovolta® Cavallo 1000 (ca. 665 ml/min H₂)
- 2 Personen: je ca. 330 ml/min → Kanüle ≈ 1,1 % FiH₂ → etwa 7 µM pro Person. Maske ≈ 3,3–4,1 %; bei 8 L/min liegt das über der 4-%-Grenze, dann drosseln oder Kanüle nutzen.
- 3 Personen: je ca. 220 ml/min → Kanüle ≈ 0,7 % → etwa 4,5 µM (Maske ≈ 2,2–2,8 % → 13–17 µM).
- 4 Personen: je ca. 165 ml/min → Kanüle ≈ 0,55 % → etwa 3 µM (Maske ≈ 1,7–2,1 % → 10–13 µM).[38][4]
7.2 Beispiel: Pulmovolta® Highdrogen® H2K 3000 (2000 ml/min H₂)
- 2 Personen: je ca. 1000 ml/min → Kanüle ≈ 3,3 % → etwa 20 µM, unter 4 %, aber nahe am Höchstfluss von 1200 ml/min pro Person. Mit Reservoirmaske (≈ 10–12 %) ungeeignet.[30][8][38]
- 3 Personen: je ca. 665 ml/min → Kanüle ≈ 2,2 % → etwa 13 µM, wie der Cavallo für eine Person.
- 4 Personen: je ca. 500 ml/min → Kanüle ≈ 1,7 % → etwa 10 µM.
8. Sicherheit: 4-%-Grenze, Flammfenster und Konfiguration
Wasserstoff in Luft ist von etwa 4 bis 75 Vol-% brennbar. Dieser Konzentrationsbereich wird als Flammfenster bezeichnet. Die Mindestzündenergie ist bei der stöchiometrischen Mischung von rund 29,5 % am kleinsten; oberhalb von etwa 18 % kann es unter Einschluss zur Detonation kommen.[11][38][1] Das MHI, die Modellstudie und Hersteller wie InH2ale/inhaleH2 sehen deshalb eine eingeatmete H₂-Fraktion unter 4 % vor.[3][1][2][12][13] Die Gründe sind Brennbarkeit und Sauerstoffverdrängung, nicht eine Giftigkeit des Wasserstoffs; Hypoxie, also Sauerstoffmangel, droht erst bei Anteilen um 30 % FiH₂. Für Werte über 4 % FiH₂ ist bei steigendem Risiko kein Zusatznutzen belegt.[38]
Die Modellstudie nennt außerdem Risiken, die sich nicht allein aus der FiH₂ ablesen lassen:[38]
- Elektrolysegeräte liefern an der Kanüle nahezu reines H₂. An der Austrittsstelle entsteht deshalb eine Mischzone im Flammfenster, auch wenn die eingeatmete Fraktion unter 4 % bleibt. Das Risiko steigt mit dem Gasfluss, nach Einschätzung der Autoren über 600 ml/min deutlicher und über 1200 ml/min erheblich.
- Die Studie empfiehlt für Erwachsene 300–600 ml/min über die Nasenkanüle und nennt 1200 ml/min als Obergrenze pro Person („vertretbar, aber nicht risikofrei“). Geräte mit 1500–2000 ml/min müssen deshalb gedrosselt oder auf mehrere Personen verteilt werden.
Mit einer Reservoirmaske ergeben sich für kleine Geräte je nach Atmung Werte im Bereich von 2–4 %: 150 ml/min ergeben bei 6–8 L/min etwa 1,9–2,5 % FiH₂; 300 ml/min ergeben bei 8 L/min etwa 3,75 %, bei 6 L/min aber bereits 5 % (dann drosseln oder Nasenkanüle nutzen). Für einen Sportler mit 10 L/min ergeben sich bei 300 ml/min etwa 3 %; ein Cavallo lässt sich dafür drosseln.[14][2][7][19] Standard bleibt die Nasenkanüle. Eine geeignete Maskenkonfiguration ermöglicht einen gassparenden Betrieb; die FiH₂ lässt sich bei bekanntem Atemminutenvolumen näherungsweise berechnen.[13][24]
⚠️ Sicherheitshinweise für die Anwendung
- Während der Anwendung nicht rauchen; offene Flammen, Funken und Hitzequellen fernhalten.
- Den Inhalator nur in einem gut belüfteten Raum betreiben.
- Gerät, Flussrate und Schläuche nicht eigenmächtig umbauen; ausschließlich die Bedienungsanleitung des Herstellers befolgen.
- Größere Geräte so konfigurieren (Drosselung, Reservoirmaske, mehrere Personen), dass die eingeatmete H₂-Fraktion unter 4 % und der Gasfluss pro Person unter 1200 ml/min bleibt.
9. Praxisempfehlungen: Welcher Inhalator für wen?
9.1 150 ml/min – für mobile Nutzung (Pulmovolta® H2 Mobil 225)
9.2 300 ml/min – für Einzelanwender mit höherem Gasbedarf
9.3 665 ml/min – Pulmovolta® Cavallo 1000
- Zielgruppe: Einzelanwender, die über die Kanüle in den untersuchten Bereich kommen möchten; Familien, Praxen, Studios.
- Eine Person, Nasenkanüle: FiH₂ ≈ 2,2 %; geschätztes Blut-H₂ ≈ 8–21 µM, unter 4 %. Der Fluss liegt über den von der Studie empfohlenen 300–600 ml/min, aber unter der Obergrenze von 1200 ml/min. Mit Reservoirmaske auf etwa 300 ml/min drosseln und die Atmung berücksichtigen (Abschnitt 8).
- Mehrere Personen mit T-Stücken: zwei bis vier Personen gleichzeitig (Abschnitt 7.1).[27][7]
9.4 1500–2000 ml/min – Pulmovolta® Highdrogen® H2K 3000
- Zielgruppe: Praxen, Studios, mehrere Personen, hohe Atemvolumina.[29][8][30]
- Eine Person: Mit vollem Fluss bei Alltagsatmung rechnerisch über 4 % FiH₂ und über dem Höchstfluss von 1200 ml/min; daher drosseln.[1][3][38]
- Mehrere Personen mit T-Stücken: 3–4 Personen gleichzeitig mit je etwa 1,7–2,2 % FiH₂ bei gleichmäßiger Aufteilung und Alltagsatmung (Abschnitt 7.2).
Persönliche Beratung zur Geräteauswahl
Wir beraten Sie zur mobilen Nutzung, zur Anwendung allein und zum Betrieb mit mehreren Personen.
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10. Fazit
- Entscheidend ist die FiH₂. Der dafür nötige Gasfluss schwankt je nach Atmung und Art der Gaszufuhr zwischen etwa 60 ml/min und über 5.000 ml/min.[38][4]
- Kleine Geräte liefern über die Nasenkanüle geringe H₂-Anteile: 150–300 ml/min ergeben nach den verwendeten Richtwerten etwa 0,5–1 % FiH₂ und geschätzte 3–6 µM im Blut. Mit Reservoirmaske können dieselben Geräte abhängig von der Atmung 2–4 % erreichen, bei geringerem Tragekomfort. Bei ruhiger Atmung kann eine Drosselung nötig sein.[38][4][2][13]
- Der Cavallo 1000 (665 ml/min) erreicht über die Kanüle rechnerisch etwa 2 % und liegt zwischen der Flussempfehlung der Studie (300–600 ml/min) und ihrer Obergrenze (1200 ml/min).[38][7]
- Geräte mit 1500–2000 ml/min überschreiten bei Alltagsatmung für eine Person rechnerisch 4 % FiH₂ und den empfohlenen Höchstfluss. Sie müssen gedrosselt oder auf mehrere Personen verteilt betrieben werden.[38][1]
- Die Nasenkanüle bleibt die Hauptempfehlung für den Alltag, weil sie angenehmer zu tragen ist.[24][25]
Für kleine Geräte ergeben sich nach diesen Modellannahmen H₂-Blutkonzentrationen im unteren Bereich der angeführten Messwerte. Die Tabellen beschreiben Schätzungen, keine Messungen an den vorgestellten Geräten. Ein über die gemessene H₂-Aufnahme hinausgehender gesundheitlicher Nutzen ist damit ausdrücklich nicht behauptet.
Sicherheit, Grenzen und wann Sie H₂-Inhalation nicht ohne ärztliche Rücksprache anwenden sollten
Die Wasserstoff-Inhalation ist eine Wellnessanwendung. Sie ersetzt keine ärztliche Diagnostik, Beratung oder Therapie. Eine ärztliche Rücksprache vor der Anwendung empfehlen wir insbesondere:
- bei bestehenden Erkrankungen, insbesondere der Atemwege oder der Lunge,
- in Schwangerschaft und Stillzeit,
- bei Kindern und Jugendlichen,
- nach Operationen oder bei akuten Beschwerden,
- bei regelmäßiger Einnahme von Medikamenten.
Treten während der Anwendung Unwohlsein, Schwindel oder andere ungewohnte Beschwerden auf, beenden Sie die Inhalation und halten Sie bei Bedarf ärztliche Rücksprache. Beachten Sie zusätzlich die Hinweise zur Brennbarkeit von Wasserstoff in Abschnitt 8 sowie die Bedienungsanleitung des jeweiligen Geräts.
Wichtiger Hinweis
AquaVolta®-/Pulmovolta®-Inhalatoren sind Wellnessprodukte und keine Medizinprodukte. Sie sind nicht zur Behandlung, Linderung oder Vorbeugung von Krankheiten bestimmt. Dieser Beitrag ersetzt keine ärztliche Beratung, Diagnose oder Behandlung. Die genannten Studien und Messdaten dienen der wissenschaftlichen Einordnung physikalischer und pharmakokinetischer Zusammenhänge; ein gesundheitlicher Nutzen der H₂-Inhalation ist für die hier beschriebenen Anwendungen wissenschaftlich nicht abschließend belegt. Bei gesundheitlichen Fragen oder Beschwerden wenden Sie sich bitte an eine Ärztin oder einen Arzt.
Transparenzhinweis: aquacentrum.de vertreibt die in diesem Beitrag genannten AquaVolta®-/Pulmovolta®-Inhalatoren. Der Beitrag enthält daher Links zu eigenen Produktseiten. Die wissenschaftlichen Quellen (Studien und Fachpublikationen) sind davon unabhängig.
Häufige Fragen zur H₂-Inhalation und Blutaufnahme
Was bedeutet FiH₂ und warum ist sie wichtiger als ml/min?
FiH₂ (Fraction of Inspired Hydrogen) ist der Anteil an Wasserstoff in der tatsächlich eingeatmeten Luft. Die Geräteleistung in ml/min beschreibt diesen Anteil allein nicht, weil das Gas vor dem Einatmen mit Raumluft verdünnt wird. Der in Studien untersuchte Bereich liegt bei 1–4 % FiH₂, etwa 5–28 µM Wasserstoff im Blut. Für eine Nasenkanüle nennt die Modellstudie etwa 200–300 ml/min für rund 1 % und etwa 600–1200 ml/min für 2–4 %. Die tatsächlichen Werte hängen von Atmung und Kanülensitz ab.
Wie viel Wasserstoff kommt bei der Inhalation im Blut an?
In einer kleinen Maskenstudie erreichte der H₂-Spiegel im Blut bei 3–4 % H₂ nach etwa 20 Minuten ein Plateau von rund 10–20 µM. Das Modell ergibt im Gleichgewicht etwa 6 µM pro 1 % FiH₂. Für die Nasenkanüle ergeben sich unter den hier verwendeten Annahmen bei 150 ml/min etwa 2–5 µM, bei 300 ml/min etwa 4–10 µM und bei 665 ml/min etwa 8–21 µM. Diese Gerätewerte sind Schätzungen.
Ist die Wasserstoff-Inhalation sicher?
Wasserstoff ist in Luft ab etwa 4 Vol-% brennbar. Die eingeatmete H₂-Fraktion sollte deshalb unter 4 % bleiben und der Gasfluss pro Person nach der Modellstudie unter 1200 ml/min, weil an der Kanüle nahezu reines H₂ austritt. Auch unterhalb dieser Grenzen besteht an der Austrittsstelle eine brennbare Mischzone. Verzichten Sie während der Anwendung auf offene Flammen, Funken und Rauchen und beachten Sie die Herstellerhinweise. H₂-Inhalation ist eine Wellnessanwendung und kein Arztersatz.
Wie lange sollte man Wasserstoff inhalieren?
In der beschriebenen Maskenstudie erreichte der H₂-Spiegel im Blut nach etwa 20 Minuten ein Plateau. Bei gleichbleibenden Bedingungen erhöhen längere Anwendungen die Gesamtdosis über die Zeit; der Spitzenwert steigt nach Erreichen des Plateaus nicht weiter. Übliche Anwendungsdauern liegen bei etwa 20–60 Minuten. Daraus lässt sich keine gesundheitlich wirksame Anwendungsdauer ableiten.
Nasenkanüle oder Reservoirmaske?
Die Nasenkanüle ist komfortabler, liefert aber bei gleichem Gerät nach den hier verwendeten Annahmen nur etwa ein Viertel bis die Hälfte der FiH₂ einer Reservoirmaske. Für die Maske lässt sich die FiH₂ bei bekanntem Atemminutenvolumen näherungsweise berechnen. Sie ermöglicht einen gassparenden Betrieb und kommt bei eingeschränkter Nasendurchgängigkeit oder Mundatmung infrage, ist aber weniger angenehm zu tragen. Für die meisten Anwender bleibt die Nasenkanüle die übliche Lösung.
Veröffentlicht am 22. Mai 2026 · zuletzt aktualisiert am 16. Oktober 2026 · Autoren: Karl Heinz Asenbaum (Autor & Forscher) und Yasin Akgün (Dipl.-Ing. TU München).
Quellen
- [1] Flammability Risks of Hydrogen Inhalation – MHI — molecularhydrogeninstitute.org
- [2] H2 inhalation machine – Drink HRW (Herstellerangabe) — drinkhrw.com
- [3] Is Molecular Hydrogen Safe? – MHI — molecularhydrogeninstitute.org
- [4] Ono H. et al.: A basic study on molecular hydrogen (H₂) inhalation in acute cerebral ischemia patients for safety check with physiological parameters and measurement of blood H₂ level. Med Gas Res 2012;2:21 (n = 3 plus Folgeuntersuchung n = 10) – PubMed — pubmed.ncbi.nlm.nih.gov
- [5] Molecular Hydrogen Therapy – A Review on Clinical Studies and Outcomes – PMC — pmc.ncbi.nlm.nih.gov
- [6] Wasserstoff-Inhalatoren – Übersicht | Aquacentrum (Produktseite) — aquacentrum.de
- [7] Pulmovolta® Cavallo 1000 | Wasserstoff-Inhalator | Aquacentrum (Produktseite) — aquacentrum.de
- [8] Pulmovolta® Highdrogen® H2K 3000 | Wasserstoff-Inhalator | Aquacentrum (Produktseite) — aquacentrum.de
- [9] Recent Progress Toward Hydrogen Medicine: Potential of Molecular Hydrogen – PMC — pmc.ncbi.nlm.nih.gov
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