AQUACENTRUM

Relaxationszeit

Johannes R.: Wie lange kann ich das basische Aktivwasser trinken? Wie lange ist es aktiv? Wann verliert es seinen Nutzen?

Diese Frage betrifft die Dauer der Relaxationszeit, die als Kernbegriff für elektroaktiviertes Wasser gelten kann. Es geht dabei um den Zeitraum, in welchem basisches Aktivwasser seine antioxidativen Eigenschaften behält. Nach Ablauf der Relaxationszeit ist es nur noch basisches Wasser, kein Aktivwasser mehr.

Zurückgehend auf die Forscher Prilutsky und Bakhir (Electrochemically activated water: anomalous properties, mechanism of biological action, Moskau 1997) verstand man unter Relaxationszeit den Zeitraum, in dem sich ein außergewöhnlich niedriges Redoxpotential im basischen Aktivwasser messen lässt. Das ist von Ort zu Ort, von Wasser zu Wasser, in jeder Klimasituation verschieden. Entsprechend schwer ist es vorhersehbar. Letztlich kommt man um eine empirische Messung nicht herum.

Basisches Aktivwasser hat gegenüber saurem Aktivwasser, das unter günstigen Umständen jahrelang hält, eine sehr geringe Relaxationszeit von wenigen Minuten bis zu einigen Tagen. Dies ist ein sogenannter metastabiler Zustand. Zu diesem Indexparameter tragen Hydroxid-Ionen und Wasserstoffgehalt direkt bei. Auch die Art und Menge der Kationen spielt eine Rolle. (Siehe auch –> Redoxwert von Aktivwasser).

Flüchtigster Parameter sind die an der Kathode entstehenden H-Atome, deren antioxidative Fähigkeit man beispielsweise durch die Reduktion von Wolframtrioxid nachweisen kann. Wasserstoffatome vereinigen sich sehr schnell zu H2 – molekularem Wasserstoff – Wasserstoffgas. Beide können antioxidativ wirken. Wie? –> Redoxwert von Aktivwasser

Seit im Jahr 1997 Sanetaka Shirahata (Shirahata et. al., Electrolyzed reduced water scavenges active oxygen species and protects DNA from oxidative damage. Biochem. Biophys. Res. Commun., 234, 269174, 1997. ) auch atomaren Wasserstoff dauerhaft in Aktivwasser entdeckt hat und den Nachweis führte, dass er auf DNA-Ebene vor Oxidation durch freie Radikale schützt, haben sich verschiedene Hypothesen darüber entwickelt, wo und wie lange diese Wasserstoffatome „parken“, bevor sie sich zu Wasserstoffgas vereinigen. Dietmar Ferger beispielsweise vertritt die Hypothese der sogenannten basischen Nano-Mineralkolloide, die weder widerlegt noch bewiesen ist. Zitat: Ferger, Jungbrunnenwasser, Weil am Rhein, 2011, S. 71:

„Es entsteht praktisch eine ‚Elektronenwolke‘, die basische Mineralien und Wasserstoff umgibt und zusammenbindet. So wird auch der Wasserstoff negativ geladen und aktiviert, es entsteht der sogenannte >>Aktive Wasserstoff<<.“

Ob letztere eher grenzwissenschaftliche Erklärungen für das Verhalten von basischem Aktivwasser tatsächlich richtig und überhaupt notwendig sind, ist zweifelhaft. Denn auch die antioxidativen Eigenschaften von Wasser, das lediglich mit Wasserstoffgas gesättigt ist, reichen meines Erachtens zur Erklärung der Phänomene aus.

Es ist ganz eindeutig so, dass die Wasserstoffsättigung der Hauptverantwortliche für das negative Redoxpotential ist. Steigt der etwas schwieriger zu messende Wasserstoffgehalt, sinkt auch das Redoxpotential (ORP). Dieser Zusammenhang ist allerdings nicht proportional, sodass man durch Messung des Redoxpotentials keine Auskunft über die Menge des gelösten Wasserstoffs erhält.

In Durchlaufionisierern, wo das Wasser in einer druckdichten Elektrolysezelle ionisiert wird, entsteht in der Kathodenkammer ein Überdruck von Wasserstoffgas, da sich unter normalen Bedingungen nur maximal 1500 Mikrogramm/l Wasserstoffgas in Wasser lösen, obwohl während der Elektrolyse wesentlich mehr erzeugt wird. Daher bilden sich beim Austreten aus dem Auslauf eines Wasserionisierers Wasserstoffgasblasen, die nach wenigen Sekunden in die Atmosphäre übergehen, sofern sie nicht mit dem ganz frischen, noch blubbernden basischen Aktivwasser zusammen getrunken werden.

Mit einem nicht druckdichten Topfionisierer kann vollständig mit Wasserstoffgas gesättigtes Aktivwasser in der Kathodenkammer entstehen.

Die Blasenbildung und Ausgasung des Überschusses erfolgt aber bereits während des länger dauernden Elektrolyseprozesses, bei dem das Wasser auch noch erwärmt wird, was den Wasserstoffgehalt erheblich reduziert. Es gilt die Regel: Je kühler, desto besser. Aber nicht kälter als 40 C.

Sowohl mit einem druckdichten Topfionisierer als auch mit einem modernen 9-Elektroden-Durchlaufgerät konnte ich basisches Aktivwasser mit vollständiger Wasserstoffsättigung und auch übersättigtes Wasser mit bis zu 1800 Mikrogramm/l erzeugen, das allerdings innerhalb von Minuten auf die normale Sättigung zurückfällt.

Seit den 2007 beginnenden Forschungen von Shigeo Ohta kann kaum mehr bezweifelt werden, dass Wasserstoffgas (H2) den entscheidenden Anteil an der antioxidativen Leistung von basischem Aktivwasser hat. (Überblick: Ohta, S., Molecular hydrogen as a novel antioxidant: Overview of the advantages of hydrogen for medical applications, Methods Enzymol. 2015;555:289-317).

Es kommt also darauf an, einen Wasserionisierer so zu konstruieren, dass bei einem für das Trinken idealen pH-Wert von 8,5 bis 9,5 möglichst viel Wasserstoffgas im Wasser gelöst wird.

Gegenüber dem Modell von Nihon Trim, das Shirahata 1997 benutzte und damit im Trink-pH-Bereich einen Wasserstoffgehalt von lediglich zwischen 200 und 350 Mikrogramm/l erreichte, sind hier zwischen 2010 und 2015 erhebliche Leistungssteigerungen um mehr als das 5-fache erzielt worden. Weitere neue Techniken haben im Prototyp bereits die vollständige Wasserstoffsättigung von 1500 Mikrogramm erreicht. Zur weiteren Thematik der Wasser- stoffsättigung lesen Sie bitte die FAQ Hydrogen Rich Water.

Eine ganz entscheidende Bedeutung kommt aber der Verlängerung der Relaxationszeit durch Verhinderung der Ausgasung von Wasserstoff zu. Denn nicht immer kann man das frisch ionisierte basische Aktivwasser sofort trinken. Hier zeigt sich ein klarer Vorteil in der Kombination von sehr dichten Materialien wie Edelstahl und dickem Blauglas mit kühler horizontaler Lagerung bei vollständiger Füllung der Flasche ohne Luftblase. Folgende Materialien haben wir so getestet und nach 19 Stunden horizontaler Lagerung (außer Kristallkaraffe) im Kühlschrank erneut gemessen:

EAW 285 Relaxationszeit

Zurück zu Ihrer Frage und meinem Erfahrungswert nach Tausenden von Messungen von Redoxpotentialen:
Größter Nutzen beim Sofort-Trinken. Großer Nutzen innerhalb der ersten 3 Stunden. Hoher Nutzen bis 36 Stunden. Guter Nutzen bis 48 Stunden. Danach hat sich das Wasser meist elektrochemisch normalisiert, der ionisierte Mineralienüberschuss ist sichtbar ausgefallen und das Wasser ist weicher.
Es ist immer noch ein brauchbares Trinkwasser, aber Sie sollten es für Tee oder zum Blumengießen verwenden.

Auszug aus dem Buch von Karl Heinz Asenbaum: „Elektroaktiviertes Wasser – Eine Erfindung mit außergewöhnlichem Potential. Wasserionisierer von A – Z“
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