AQUACENTRUM

Aktiviertes Trinkwasser – höhere Leistung

Aktiviertes Trinkwasser – höhere Leistung

Auswirkung von ANOLYTE auf Ferkel

Hygienisch einwandfreies Trinkwasser ist Grundvoraussetzung für Gesundheit und Leistung von landwirtschaftlichen Nutztieren, ganz besonders von Jungtieren in der Ferkelaufzucht. Trinkwasser soll stets schmackhaft und verträglich sein. Erhöhte Keimbelastungen des Wassers können zu Verdauungsstörungen, Durchfall und damit zu erheblichen wirtschaftlichen Nachteilen führen. Ursachen sind häufig verunreinigtes Brunnenwasser, unsaubere Vorratsbehälter oder keimhaltige Wasserleitungen. Eine Leitlinie des Bundesministeriums für Ernährung, Landwirtschaft und Verbraucherschutz (BMELV) von 2007 enthält Vorgaben, wie hygienisch einwandfreies Trinkwasser beschaffen sein sollte.

Hierbei handelt es sich um einen Orientierungsrahmen zur futtermittelrechtlichen Beurteilung der hygienischen Qualität des Trinkwassers im Zusammenhang mit der Futtermittelhygieneverordnung. Diese Orientierungswerte sind in Tabelle 1 aufgeführt. Der Orientierungsrahmen enthält des Weiteren Vorgaben zu den chemischen und physikalisch-chemischen Qualitätskriterien von Trinkwasser, die ebenfalls zu beachten sind. Hierauf wird aber in diesem Beitrag nicht näher eingegangen.

Um die biologische Trinkwasserqualität auf den geforderten Standard zu bringen, müssen geeignete bauliche, technische oder auch organisatorische Maßnahmen im Betrieb getroffen werden.

Unter anderem bewährt haben sich verschiedene desinfizierende Wasserzusätze wie organische Säuren oder Chlordioxid. Eine andere Möglichkeit zur Verbesserung der Trinkwasserqualität wird in Form einer speziellen Anolyte Aktivierung empfohlen. Bei dieser Technologie entstehen zwei unterschiedliche, sich in ihrer Wirkung gegenseitig ergänzende Lösungen. Anolyte besitzt ein hohes Redox-Potential, das heißt die Fähigkeit, alle schädlichen Mikroorganismen wie Bakterien, Viren, und Pilze abzutöten. Bei dem Versuch wurde ANOLYTE verwendet.

Anolyte als schwachchlorige Lösung zeichnet sich v. a. durch einen mittleren pH-Wert (~7,5 pH) und dem Hauptwirkstoff hyperchlorige Säure mit einem Redox-potential zwischen 680 und 700 mV aus. Bei Trockenfutter wird ein Zusatz von 1-2 % im Trinkwasser, bei Flüssigfutter ein Zusatz von 2-5 % im Mischwasser empfohlen. Diese Trinkwasserergänzung führt zur Entfernung von Biofilmen in Wasserleitungen, eliminiert Keime im Trinkwasser und führt damit letztendlich zu Steigerungen der tierischen Leistung. Um Technik, Effizienz und Wirtschaftlichkeit dieses Verfahrens zu prüfen wurden entsprechende Untersuchungen durchgeführt. Dazu wurde in einem Betrieb mit 200 DL x DE Sauen Anolyte in einer Dosierung von 1 % dem Trinkwasser in den Versuchsabteilen zu dosiert. Die Ferkel erhielten nach dem Absetzen jeweils in parallelen Gruppen Trinkwasser mit und ohne Anolyte. Die Ergebnisse von 8 Wasseruntersuchungen sind in Tabelle 2 dargestellt.

Bei den mikrobiologischen Untersuchungen sind die Einzelergebnisse und bei den physikalisch-chemischen Untersuchungen sind die durchschnittlichen Ergebnisse der Proben aufgeführt, da hier die Spannweite der Einzelwerte nur gering war. Die Keimbelastung des Ausgangstrinkwassers schwankt erheblich von Probe zu Probe. Dies war zu erwarten und wurde auch in anderen Trinkwasseruntersuchungen immer wieder beobachtet.

 

Bedenklich hohe Werte betrafen nur die Probe 2. Die Wirksamkeit von ANOLYTE konnte in allen 4 Proben beeindruckend deutlich nachgewiesen werden. In allen Parametern sank die Keimbelastung auf 0. Lediglich in Probe 7 des VersuchsTrinkwassers hatten sich bei der Koloniezahl bei 36°C zwei koloniebildende Einheiten (KBE) verirrt.

Die physikalisch-chemischen Untersuchungen dienten zur Überprüfung des ANOLYTE Einsatzes. Die desinfizierenden Eigenschaften beruhen besonders auf der vorübergehenden Entstehung von Chloridionen und von freiem Chlor. Ihr Redox-potenzial, also die Bereitschaft mit Keimen zu reagieren, ist höher und aktiver und kann mit einer Stromspannungsmessung erfasst werden.

Das Redox-Potenzial des Trinkwassers mit 1 % ANOLYTE lag bei rund 680 mV. Auch die Werte bei der Leitfähigkeit und bei den Gehalten an Chlorid und an freiem Chlor zeigten deutliche Unterschiede zwischen dem Ausgangs- und VersuchsTrinkwasser.

Wie sich die verbesserte Wasserqualität auf die Leistungen der Aufzucht Ferkel auswirkte, zeigen die Ergebnisse in Tabelle 3.

 

Envirolyte Anwendung ECA Wasser Anolyt Katolyt Schweinehaltung 1

Die Kontrollgruppen erhielten unbehandeltes Trinkwasser, in den Versuchsgruppen wurde dem Wasser 1 % ANOLYTE mit einem pH-Wert von 7,5 zu dosiert. Die Fütterungs- und Stalltechnik war jeweils in beiden Gruppen identisch. Mit Hilfe eingebauter Wasseruhren wurden die verbrauchten Wassermengen ermittelt. Die Ferkel wurden am 25. Lebenstag abgesetzt und verblieben noch ca. 4 – 5 Tage in der Abferkelbucht.

Die Leistungen bewegten sich auf hohem Niveau und die Verlustquote lag unter 2,5 %. Dennoch konnten die Versuchsferkel ihre Tageszunahmen noch leicht um durchschnittlich 17 g verbessern auf 485 g im Bereich von 7 bis 33 kg. Bei beginnendem Husten wurde die Stallluft der Versuchsferkel mit einem Gemisch aus Wasser und Anolyte im Verhältnis 70:30 vernebelt. Dabei kam das Vernebelungsgerät über einen Zeitraum von ca. 5 Tagen einmal pro Tag für ca. 30 min. zum Einsatz. Bei den Versuchsferkeln erfolgte eine schnellere Gesundung. Die Verlustquote wurde mehr als halbiert und sank auf 0,9 %.

Berichte anderer Praxisuntersuchungen von spürbar höherem Wasserverbrauch der Ferkel bei Anolyte konnte in diesem Versuch nicht bestätigt werden. Möglicherweise wirkte der hohe Gehalt von ca. 5 mg freiem Chlor pro Liter im Trinkwasser der Versuchsferkel bereits als leichte Verzehrbremse. Trotz der hervorragenden Trinkwasserqualität konnte der Anolyte Einsatz einen massiven E.Coli -Einbruch bei den Versuchsferkeln nicht verhindern.

Offensichtlich ist verkeimtes Trinkwasser nicht allein die Ursache für E.Coli bedingte Durchfallerkrankungen. Weitere wichtige Einflußfaktoren sind auch weiterhin z.B. Futterqualität und Futterzusammensetzung. Schweine, insbesondere Ferkel, brauchen qualitativ hochwertiges und keimfreies Trinkwasser für hohe biologische Leistungen und einen stabilen Gesundheitsstatus.

Die Zugabe von Anolyte bewirkte beim Trinkwasser eine Top-Qualität. Die Tageszunahmen haben sich in diesem Praxisversuch dadurch leicht verbessert. Da neben Trinkwasser auch andere Faktoren eine große Rolle spielen, kann im Einzelfall das Ergebnis sehr unterschiedlich ausfallen. Die Anwendung von Anolyte Lösungen zur Hygienisierung von Trinkwasser ist nach § 11 der TrinkVO und der Liste des Bundesumweltamtes seit November 2006 zugelassen.

  • Tabelle 1: Orientierungsrahmen für die biologischen Anforderungen an Trinkwasser (BMELV, 2007)

 

Merkmal Einheit
(in ml Wasser)
Anzahl
Aerobe Gesamtkeimzahl (KBE) bei 20° C

Bei 37° C


In 1 ml
in 1 ml

Weniger als 10.000
weniger als 1.000
Salmonellen in 100 ml 0
Campylobacter in 100 ml 0
E. coli in 10 ml weniger als 10
  • Tabelle 2: Aktiviertes Trinkwasser – wie DESANOL® 703 das Trinkwasser verbessert

 

  Trinkwasser ohne ANOLYTE Mit 1 % ANOLYTE
Probe 1 2 3 4 5 6 7 8
  Mikrobiologische Untersuchungen (Einzelergebnisse)
Koloniezahl bei 20°C KBE/ml 650 8100 8800 2500 0 0 0 0
Koloniezahl bei 36°C KBE/ml 830 13000 2800 2300 0 2 0 0
Escherichia coli KBE/100ml 0 42 0 0 0 0 0 0
Coliforme Bakterien KBE/100ml 0 47 19 0 0 0 0 0
  Physikalisch-chemische Untersuchungen (Ø Ergebnisse)
pH-Wert 72 72
Gesamthärte °dH 23 22
Leitfähigkeit µS/cm 753 1,618
Chlorid mg/l 39 340
Freies Chlor mg/l < 0,1 < 0,5
Redox + mV 548 680
  • Tabelle 3: Die Leistung kann steigen

 

  Kontrollgruppen (3 Durchgänge) Versuchsgruppen (4 Durchgänge)
Tierzahl 534 576
Verluste % 24 09
Einstallgewicht kg 795 (7,2 – 9,3) 730 (7,1 – 7,4)
Ausstallgewicht kg 333 (28,9 – 37,3) 335 (28,8 – 38,2)
Aufzuchtdauer Tage 54 (49 – 58) 54 (49 – 56)
Zuwachs kg 254 (21,5 – 28) 262 (21,6 – 30,8)
Zunahmen (gewichtet) g 468 485
Wasserverbrauch – Ltr./Tier + Tag 295 292
Tierzahl 534 576
Verluste % 24 09
Einstallgewicht kg 795 (7,2 – 9,3) 730 (7,1 – 7,4)
Ausstallgewicht kg 333 (28,9 – 37,3) 335 (28,8 – 38,2)

Auszug aus dem Buch : „Anwendung ECA-Wasser – Anolyt und Katolyt“
Von Envirolyte W.P.C. Ltd. © 2012

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