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Umkehrosmose, Wasserionisierer oder Aktivkohlefilter: Was braucht Ihr Trinkwasser?

Welches System zu Ihrem Leitungswasser passt, hängt von der Wasserhärte, dem Geschmack und Ihren Wünschen ab. In vielen Haushalten reicht ein Aktivkohlefilter. Wenn Ihr Wasser sehr kalkhaltig ist oder Ihnen nicht schmeckt, empfehlen wir eine Umkehrosmose-Anlage mit anschließender Mineralisierung. Ein Wasserionisierer eignet sich, wenn Sie basisches Wasser mit gelöstem Wasserstoff trinken möchten und Ihr Wasser nicht sehr hart ist.

Für die Auswahl helfen zwei Angaben aus der Trinkwasseranalyse Ihres Wasserversorgers: Wasserhärte und Nitratwert. Im Folgenden erklären wir die Unterschiede zwischen den Systemen und warum wir inzwischen auch Umkehrosmose-Anlagen empfehlen.

Aktivkohle: Vorfilter und eigenständiger Trinkwasserfilter

Die Umkehrosmose-Anlagen und Wasserionisierer, die wir hier beschreiben, nutzen Aktivkohle als Vorfilter. Sie reinigt das Wasser und schützt beim Ionisierer die Elektrolysezelle. Ein Aktivkohlefilter kann aber auch allein als Trinkwasserfilter arbeiten.

Aktivkohle bindet Chlor und viele organische Stoffe, etwa Rückstände von Pflanzenschutzmitteln, und verbessert den Geschmack. Mineralien bleiben im Wasser; Kalk und Nitrat werden nicht entfernt. Wie gut ein Filter arbeitet, hängt laut Yasin Akgün weniger von Werbeangaben zur Körnung ab als von der Fließgeschwindigkeit durch die Kohle, der Schadstoffbelastung und der Wassertemperatur.

Karl Heinz Asenbaum schreibt in seinem Buch über einfache Trinkwasserfilter:

„Gleich vorweg: Um Ihr Leitungswasser in optimiertes Trinkwasser zu verwandeln, müssen Sie keineswegs Ihr gesamtes Kaltwasser aufbereiten. Es reicht, wenn Sie die Wassermenge behandeln, die Sie zum Trinken und Kochen verwenden wollen, also meist nicht mehr als 10 bis 30 Liter pro Tag. Die grundlegende Trinkwasseroptimierung erfolgt durch Filtration.“

Karl Heinz Asenbaum: „Elektroaktiviertes Wasser – Eine Erfindung mit außergewöhnlichem Potential. Wasserionisierer von A – Z“, Kapitel „Einfache Trinkwasserfilter“

Aktivkohlefilter gibt es als Auftisch- und Untertischgeräte: Wasserfilter mit Aktivkohle.

Umkehrosmose: Kalk, Nitrat und Mineralien entfernen

Eine Umkehrosmose-Anlage drückt vorgefiltertes Wasser durch eine sehr feine Membran. Diese hält die meisten gelösten Stoffe zurück, darunter Kalk und Nitrat, aber auch die Mineralien. Wie viel genau zurückbleibt, hängt von Membran und Betrieb ab. Die zurückgehaltenen Stoffe werden mit einem Teil des Wassers in den Abfluss gespült, dabei entsteht also immer auch Abwasser.

„Die Umkehrosmose ermöglicht es, ein Wasser fast genauso vollständig zu filtrieren wie eine Destillation. Am Ende ist praktisch gar nichts mehr drin als Wassermoleküle.“

Karl Heinz Asenbaum: „Elektroaktiviertes Wasser – Eine Erfindung mit außergewöhnlichem Potential. Wasserionisierer von A – Z“, Kapitel „Umkehrosmosefilter“

Reines Osmosewasser ist sehr mineralarm. Yasin beschreibt seinen Geschmackseindruck im Podcast so: „Es schmeckt so metallisch, leer, kalt.“ Ihm selbst hat es nach eigener Aussage noch nie geschmeckt.

Warum wir inzwischen Osmose-Anlagen empfehlen

Lange haben wir von Umkehrosmose abgeraten, vor allem wegen der fehlenden Mineralien. In der Beratung wünschen sich jedoch viele Kundinnen und Kunden weniger Kalk: Sie stören sich an weißen Flecken auf Armaturen und Gläsern oder am Geschmack ihres Wassers. Yasin schätzt im Biohacking Praxis Podcast #195, dass dies auf fast 40 Prozent der Kunden zutrifft, mit denen er in Deutschland, Österreich und der Schweiz spricht. Kalk entfernen weder Aktivkohlefilter noch Wasserionisierer. Viele Interessenten nehmen allerdings an, ein Ionisierer filtere auch den Kalk heraus.

Seit es Kartuschen gibt, die das Wasser nach der Osmosemembran wieder mit Mineralien anreichern, vor allem mit Magnesium, bieten wir Osmose-Anlagen an. Die Mineralisierung verändert die Zusammensetzung des Wassers und damit auch seinen Geschmack. „Ab dem Moment haben wir dann auch mit Osmoseanlagen angefangen. Vorher waren wir immer dagegen …“, sagt Yasin. Karl Heinz Asenbaum schreibt im selben Buchkapitel: „Auch ich empfehle dringend eine Nachmineralisierung von Umkehrosmosewasser.“

OSMINION® Direkt ECO 2.5 Osmose-Anlage mit Mineralisierung und pH-Anhebung

Für den Einbau unter der Spüle empfehlen wir heute die OSMINION® Direkt ECO 2.5. Im Gerät stecken nur zwei Filterkartuschen. Der Kombifilter enthält den Vorfilter aus Sediment- und Aktivkohleblock-Filter und zugleich die Nachfilterstufe. Die zweite Kartusche ist die Umkehrosmose-Membran. Laut Produktseite wechseln Sie den Kombifilter alle 6 bis 12 Monate und die Membran alle 2 bis 4 Jahre. Außerhalb des Geräts mineralisiert der Minerade® H2-Shuttle pH+ das Osmosewasser, hebt den pH-Wert an und reichert es mit Wasserstoff an. Mit einem 2- oder 4-Wegehahn zapfen Sie wahlweise reines Osmosewasser oder das mineralisierte Wasser.

Bis vor Kurzem haben wir vor allem die Osminion® Slim Mix Hydroselect empfohlen. Nach über 40 verkauften Geräten sehen wir das anders: Die Bedienung mit der MIX-Taste ist kompliziert, das Gerät ist schwer, und wir hatten bei diesem Modell viele Reparaturfälle.

Die Osmoveda® pH+ ist ein Auftischgerät nach dem Prinzip Plug & Play. Den Minerade® H2-Shuttle pH+ gibt es auch zum Nachrüsten an anderen Osmose-Anlagen. Alle Geräte finden Sie unter Umkehrosmose-Anlagen.

Wasserionisierer: basisches Wasser mit Wasserstoff

Ein Wasserionisierer filtert das Wasser zunächst mit Aktivkohle. Anschließend teilt er es mithilfe von elektrischem Strom, der sogenannten Elektrolyse, in einen basischen und einen sauren Teil. Das basische Wasser zum Trinken enthält gelösten molekularen Wasserstoff und weiterhin Mineralien. Das saure Wasser fließt getrennt ab.

Ein Ionisierer entfernt keinen Kalk. Bei hartem Wasser müssen Sie ihn deshalb regelmäßig entkalken. Außerdem braucht die Elektrolyse Mineralien im Wasser: Reines Osmosewasser leitet Strom schlecht und eignet sich daher kaum für einen Ionisierer. Wenn Sie beide Geräte kombinieren möchten, müssen Sie das Osmosewasser vorher wieder mineralisieren. Mehr dazu in der FAQ Kann ich Umkehrosmose-Wasser mit einem Wasserionisierer ionisieren? Unsere Geräte finden Sie unter Wasserionisierer.

Wasserstoff ohne Ionisierer: Osmosewasser und H2 Turbo

Die Umkehrosmose selbst reichert das Wasser nicht mit Wasserstoff an. Wenn Sie kalkarmes Wasser mit Wasserstoff trinken möchten, können Sie es mit einem Wasserstoff-Booster anreichern. Der Aquavolta® H2 Turbo 3.0 ist eine Trinkflasche mit eingebauter Elektrolyse. Er presst den Wasserstoff mit 4 bis 5 bar ins Wasser; bei diesem Druck öffnet das Sicherheitsventil im Deckel. Wie viel Wasserstoff sich löst, hängt von Wasser, Temperatur und Laufzeit ab.

Aquavolta® H2 Turbo 3.0 Wasserstoff-Booster im 5-Minuten-Modus

Osmosewasser eignet sich gut für den Booster, weil sich weniger Kalk an der Membran absetzt. Als Richtwert für das Entkalken nennen wir bei weichem Osmosewasser alle drei bis vier Monate, bei normalem Leitungswasser alle ein bis zwei Monate; je nach Wasserhärte und Nutzung kann es öfter nötig sein. Für Befüllung und Pflege beachten Sie bitte die Bedienungsanleitung des H2 Turbo.

Die drei Systeme im Vergleich

AktivkohleOsmoseIonisierer
Chlor, viele organische Stoffereduziertreduziertreduziert
Kalkbleibtreduziertbleibt
Mineralienbleibenreduziert*bleiben
Gelöster Wasserstoffneinnein**ja
pH-Wertkaum verändertje nach Kartuschebasisch
Abwasserneinjaja (saurer Teil)

* Deshalb empfehlen wir eine Nachmineralisierung. ** Wasserstoff lässt sich mit einer Wasserstoff-Kartusche oder einem Booster zusetzen. Die tatsächliche Leistung hängt vom Gerät, den Filtern und den Betriebsbedingungen ab.

Welches System passt zu Ihrem Wasser?

Prüfen Sie zunächst Wasserhärte und Nitratwert. Die meisten Stadtwerke veröffentlichen diese Angaben als Trinkwasseranalyse im Internet.

  • Wasserhärte: Nach dem deutschen Wasch- und Reinigungsmittelgesetz gilt Wasser unter 8,4 °dH als weich, von 8,4 bis 14 °dH als mittel und über 14 °dH als hart. °dH steht für Grad deutscher Härte. Hartes Wasser erkennen Sie oft an weißen Rändern an Wasserhahn, Wasserkocher und Gläsern. Eine Umrechnungstabelle steht in unserer FAQ Wasserhärte – Tabelle und Umrechnungen in °dH.
  • Nitrat: Der Grenzwert der Trinkwasserverordnung liegt bei 50 mg/l. Aktivkohle entfernt Nitrat nicht, eine Umkehrosmose-Membran hält es weitgehend zurück. Über andere Rückstände sagt der Nitratwert allein nichts aus.

Für die Auswahl empfehlen wir folgende Faustregel:

  • Weiches bis mittelhartes Wasser, das Ihnen schmeckt: ein Aktivkohlefilter. Yasin hält ihn in diesem Fall für ausreichend.
  • Hartes Wasser, enthärtetes Wasser aus einer Hausanlage, Wasser, das Ihnen nicht schmeckt, oder ein Nitratwert, den Sie senken möchten: eine Umkehrosmose-Anlage mit Nachmineralisierung.
  • Basisches Wasser mit Wasserstoff direkt aus der Leitung, bei nicht sehr hartem Wasser: ein Wasserionisierer.
  • Kalkarmes Osmosewasser mit Wasserstoff, auch unterwegs: eine Osmose-Anlage und dazu der H2 Turbo.

Lassen Sie Wasser, das über Nacht in der Leitung stand, morgens ablaufen, bis es kühl aus dem Hahn kommt. Das gilt unabhängig vom gewählten System.

Häufige Fragen

Warum empfehlen wir eine Nachmineralisierung von Osmosewasser?

Reines Osmosewasser enthält kaum noch Mineralien. Yasin beschreibt seinen Geschmack im Podcast als leer. Wir empfehlen deshalb, es vor dem Trinken nachzumineralisieren, wie es auch Karl Heinz Asenbaum im Zitat oben tut.

Ersetzt ein Wasserstoff-Booster den Wasserionisierer?

Ein Booster reichert das Wasser portionsweise mit Wasserstoff an und lässt sich mitnehmen. Basisch wird das Wasser dabei nicht, der pH-Wert ändert sich kaum. Ein Ionisierer liefert dagegen basisches Wasser im Durchfluss direkt aus der Leitung.

Muss ich das Wasser im ganzen Haus filtern?

Nein. Für das Trinkwasser genügt es, die Menge aufzubereiten, die Sie zum Trinken und Kochen brauchen. Das beschreibt Karl Heinz Asenbaum im Zitat oben.

Für eine Beratung nennen Sie uns Wasserhärte und Nitratwert Ihres Wasserversorgers. Sie erreichen uns Montag bis Freitag durchgehend von 9 bis 18 Uhr unter +49 89 416 117 990 oder über unser Kontaktformular.

Aquacentrum - Wasserionisierer und Wasserfilter
 
 
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