Was trinkt Deutschlands bekanntester Biohacker? Wie wird Trinkwasser zum Biohacking-Tool? Und warum ist molekularer Wasserstoff für Biohacker so interessant?
In Folge #195 der Biohacking Praxis spricht Yasin Akgün – Diplom-Ingenieur, Wasserexperte und Gründer des Aquacentrum – mit Biohacking-Profi Andreas Breitfeld und Moderator Stefan Wagner über alles, was man über Trinkwasser und Wasserstoffwasser wissen muss.
Hier sind die wichtigsten Erkenntnisse aus über einer Stunde Gespräch – kompakt zusammengefasst.
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Trinkwasser in Deutschland: Wie gut ist es wirklich?
Die erste gute Nachricht: Trinkwasser in Deutschland ist grundsätzlich nicht gefährlich. Besonders im süddeutschen Raum, etwa in München, ist die Wasserqualität hervorragend. In den Wasserzuleitungen der Stadt München leben sogar Bachsaiblinge – die empfindlichsten Fische überhaupt, wenn es um Wasserqualität geht.
Allerdings gibt es regionale Unterschiede. Im Norden der Republik wird teilweise Flusswasser aufbereitet – und da kann schon einiges an Rückständen enthalten sein: Hormonrückstände, Pestizidrückstände und andere Stoffe, die aus der Umwelt ins Wasser gelangen.
Tipp #1: Stagnationswasser vermeiden
Der erste und einfachste Biohacking-Tipp für besseres Wasser: Morgens das Wasser kurz laufen lassen, bevor man es trinkt. Über Nacht steht das Wasser in den Rohrleitungen und kann dabei Stoffe aus dem Leitungsmaterial aufnehmen. Ein guter Indikator: Wenn das Kaltwasser wirklich kalt ist, kommt es frisch von außen.
Tipp #2: Nitratwert als Indikator
Wer wissen möchte, ob sein lokales Wasser belastet sein könnte, kann den Nitratwert bei den Stadtwerken erfragen. In der Natur liegt dieser bei 5-6 mg/l. Geht er Richtung 50 mg/l, deutet das auf starke landwirtschaftliche Belastung hin – und damit möglicherweise auch auf Pestizidrückstände.
Wasserfilter: Was brauche ich wirklich?
Nach über 20 Jahren Erfahrung in der Wasserbranche ist Yasins klare Empfehlung: Ein Aktivkohlefilter reicht für die meisten Menschen völlig aus.
Aktivkohlefilter: Die Basis
Alle Filtersysteme – egal ob einfacher Kannenfilter oder komplexe Anlage – arbeiten grundsätzlich mit Aktivkohle als erstem Filter. Diese entfernt zuverlässig über 80% der möglichen Verunreinigungen und verbessert den Geschmack deutlich.
Die Erfahrung aus tausenden Kundengesprächen: Jeder, der gefiltertes Wasser trinkt, trinkt automatisch mehr Wasser – einfach weil es besser schmeckt.
Umkehrosmose: Für Spezialfälle
Umkehrosmose-Anlagen produzieren extrem reines, aber auch mineralarmes Wasser. Yasin empfiehlt sie nur in bestimmten Situationen:
- Sehr kalkhaltiges Wasser (betrifft ca. 40% der Kunden in DACH)
- Bekannt belastete Wasserquellen (z.B. Flusswasser)
- Enthärtetes Wasser, das salzig schmeckt
Wichtig: Reines Osmosewasser schmeckt metallisch und leer. Deshalb empfiehlt sich ein Nachmineralisierungsfilter – vor allem mit Magnesium, das den Geschmack deutlich verbessert.
Wasserstoffwasser: Das Biohacker-Upgrade
Hier wird es richtig spannend. Molekularer Wasserstoff (H2) ist das kleinste und leichteste Molekül überhaupt – und genau das macht es so wirksam.
Was ist Wasserstoffwasser?
Wasserstoffwasser ist Wasser, das mit molekularem Wasserstoff angereichert wurde. Der Wasserstoff wirkt als selektives Antioxidans – das heißt, er neutralisiert gezielt schädliche freie Radikale, ohne nützliche Radikale zu beeinträchtigen.
Andreas Breitfeld beschreibt seine Erfahrung so: Er bemerkt, dass Wasserstoffwasser sehr kurz im Magen bleibt und der Körper es extrem schnell aufnimmt – im Gegensatz zu normalem Leitungswasser, das länger im Magen „herumglubbern“ kann.
Wie misst man den Wasserstoffgehalt?
Der Wasserstoffgehalt wird in ppm (Parts per Million) gemessen. Gemessen wird mit der Titrationsmethode: Blaue Tropfen werden in eine Wasserprobe gegeben. Solange sich die blaue Farbe auflöst, ist noch Wasserstoff vorhanden.
- Unter 1 ppm: Typisch für günstige Geräte ohne Membran
- 3 ppm: Guter Wert, empfohlen als Minimum
- 5 ppm: Sehr gut
- 10+ ppm: Spitzenwerte, erreichbar mit Hochdruck-Boostern und H2-Tabletten
Günstige vs. hochwertige H2-Geräte
Der Unterschied liegt vor allem in der PEM-Membran – dem teuersten Bauteil einer Elektrolyse-Einheit. Allein eine Membran kostet rund 150 Euro.
Geräte ohne Membran (typisch bei Amazon-Angeboten unter 50 Euro):
- Wasser schmeckt chlorig
- Enthält Sauerstoff und saure Elemente neben dem Wasserstoff
- Werte meist unter 0,5 ppm
- Membran verkalkt nach ca. 2 Wochen
Hochwertige Geräte mit Membran (z.B. AquaVolta H2 Turbo 3.0):
- Reiner Wasserstoff, kein Chlor
- Spürbar unter Druck (5 Bar) – wie eine Sodaflasche beim Öffnen
- 5-10+ ppm erreichbar
- 7 Jahre Garantie und Reparaturservice
Yasins Tipp: Wer unsicher ist, kann den AquaVolta H2 Turbo im Rahmen der Testphase ausprobieren, bevor er sich entscheidet.
Wasserstoff-Inhalation: Das nächste Level
Neben dem Trinken von Wasserstoffwasser gibt es eine weitere, noch intensivere Anwendung: die Inhalation von Wasserstoffgas über eine Nasenbrille.
Wie funktioniert es?
Ein Wasserstoff-Inhalator (z.B. der PulmoVolta Cavallo 1000) erzeugt Wasserstoffgas, das über eine Nasenbrille – ähnlich wie bei der Sauerstofftherapie – eingeatmet wird.
Yasins persönliche Routine: Er nutzt den Inhalator nachts im Schlafzimmer. Vor dem Einschlafen oder beim nächtlichen Aufwachen einfach die Nasenbrille anlegen und das Gerät eine Stunde oder länger laufen lassen.
Inhalatoren als IHHT-Alternative?
Besonders spannend: Wasserstoff-Inhalatoren können als kostengünstige Alternative zu IHHT-Geräten (Intervall-Hypoxie-Hyperoxie-Therapie) betrachtet werden. Während ein IHHT-Gerät rund 25.000 Euro kostet, liegt ein leistungsstarker H2-Inhalator bei einem Bruchteil davon.
Durch die Möglichkeit, zwischen reinem Wasserstoff (weniger Sauerstoff) und einem Wasserstoff-Sauerstoff-Gemisch (mehr Sauerstoff) zu wechseln, lässt sich ein ähnlicher Trainingseffekt erzielen.
Der Bonus: Lebensmittel verjüngen
Eine überraschende Anwendung des Inhalators: Mit einem Diffusionsstab kann man Wasserstoffgas in beliebige Getränke und Smoothies einbringen. Der Effekt:
- Smoothies und Säfte werden antioxidativer – sogar frischer als frisch gepflückt
- Kaffee schmeckt cremiger
- Die Oxidation durch den Mixer wird rückgängig gemacht
Was trinkt der Wasserexperte selbst?
Yasin trinkt seit fast 20 Jahren ionisiertes Wasser. Aktuell nutzt er das H2-Rocket-System – ein mechanischer Wasserstoff-Generator, der im Durchfluss arbeitet und mit Leitungsdruck höhere Wasserstoffwerte erzeugt als elektrische Ionisierer.
Sein besonderer Trick: Einen Schluck Meerwasser ins Trinkwasser geben. Warum? Meerwasser enthält alle 77 Mineralien – und zwar im selben Verhältnis wie unser Blut. Diese Idee basiert auf der Arbeit von René Quinton, der bereits Anfang des 20. Jahrhunderts die Ähnlichkeit von Meerwasser und Blutplasma entdeckte.
Zusammenfassung: Die Biohacker-Wasserleiter
Vom Einsteiger bis zum Profi – hier die Stufen der Wasseroptimierung:
- Basis: Stagnationswasser vermeiden, Wasser morgens kurz laufen lassen
- Stufe 1: Aktivkohlefilter installieren – schmeckt besser, entfernt Verunreinigungen
- Stufe 2: Wasserstoff-Booster (z.B. H2 Turbo 3.0) – antioxidatives Wasser auf Knopfdruck
- Stufe 3: Wasserstoff-Inhalatoren – nachts automatisch Wasserstoff inhalieren
- Pro-Level: Meerwasser-Mineralisierung + H2-Rocket im Durchfluss
Dieser Beitrag basiert auf Folge #195 der Biohacking Praxis mit Andreas Breitfeld und Stefan Wagner. Die vollständige Episode gibt es überall, wo es Podcasts gibt.
Yasin Akgün ist Diplom-Ingenieur (TU München) und seit über 20 Jahren Experte für Wasseraufbereitung und Wasserstofftechnologie. Im Aquacentrum berät er Kunden persönlich zu allen Fragen rund um optimales Trinkwasser.



