AQUACENTRUM

Jan Roberts Nexus-Magazin

In der Zeitschrift Nexus-Magazin Ausg. 19 schreibt eine Frau Jan Roberts, dass der Konsum basischen Wassers Gesundheitsprobleme verursacht. Ist das wahr?

  • Der von Ihnen angeführte Artikel der australischen Pharmazeutin Jan Roberts aus dem Jahr 2008 trägt den Titel: Ist basisches Wasser gesund. Er war schon vorher auf Englisch im Informed Voice Magazine erschienen und hat die Wasserionisiererbranche ziemlich überrascht, weil es der erste massive Angriff von pharmazeutischer Seite auf diese Technologie war. Sofort wurde recherchiert, dass Frau Roberts für einen Filtervertrieb tätig war und daher im basischen Wasser ein Konkurrenzprodukt sehen musste, eine Interessenlage, die sie verschwiegen hatte. Dennoch lohnt es sich, sich mit ihren Argumenten ernsthaft auseinander zu setzen, da sie letztlich nur das reflektieren, was von manchen Herstellern und Vertrieben von Wasserionisierern gedankenlos in die Welt gesetzt wurde und wird. Historisch betrachtet hat der Artikel von Frau Roberts in Deutschland zu einer begrifflichen Klärung und zur Bildung des heutzutage etablierten Begriffs „Basisches Aktivwasser“ beigetragen. Ich möchte daher den Artikel Punkt für Punkt durchgehen, selbst wenn sich meine Argumentation mit anderen Fragen aus diesem Buch überschneiden oder doppeln sollte. Wo sinnvoll, arbeite ich mit Querverweisen.
  • Frau Roberts beginnt mit einer Kritik an dem ungenauen Begriff „basisches Wasser“, der damals dominierend war. Dadurch dass die englischsprachige Welt im Chor mit den japanischen Erfindern und Forschern von „alkaline water“ (basischem Wasser) sprach, hatten vor allem schnell herangezogene Vertriebsleute eines schnell wachsenden Marktes ignoriert, was alles Wasser überhaupt basisch machen kann. Obwohl dies vor allem von seiner Zusammensetzung abhängt, denken die meisten dabei nur an Mineralien. Dabei beeinflussen Gase den pH-Wert in Flüssigkeiten viel stärker. Die Gase hängen in ihrer Löslichkeit wiederum von der Temperatur ab. Saures Kohlendioxid ist bei etwa 60 Grad praktisch aus dem Wasser verschwunden, sodass ein heißes Bad meistens basisch ist, ohne dass man einen „basischen“ Badesalzzusatz benötigt. Die meisten dieser Zusätze machen Wasser überhaupt nicht basisch, sondern eher saurer. Vgl. –> Basische Bäder
  • Zur professionellen Messung des pH-Wertes im Labor sollte Wasser in der Regel vorher entgast werden. Das geschieht bei der Überprüfung von Wasserionisierern nicht, man hat also keinen absolut korrekten pH-Wert. Diese Kritik ist zwar sachlich richtig, ändert aber im Ergebnis nicht viel, da das Leitungswasser, das man zum Messvergleich heran zieht, ja vor der Messung ebenfalls nicht entgast wird.
  • Ferner weist Frau Roberts darauf hin, dass ein pH-Wert ein relativer Wert zwischen Säure und Base ist, also ein Kräfteverhältnis von zwei Kontrahenten, der aber nichts über deren individuelle Ausdauer aussagt, die man Pufferkapazität nennt. Ohne Pufferkapazität bedeutet ein pH-Wert bei Wasser gar nichts. Das ist ebenso richtig, wie vollkommen trivial. Frau Roberts nennt die Pufferkapazität von basischem Wasser gering gegenüber einer stark gepufferten Salzsäure. Das ist ebenfalls richtig und im Hinblick auf basisches Aktivwasser schon in den 90er Jahren wissenschaftlich untersucht worden. Tatsächlich senkt basisches Aktivwasser den pH-Wert eines aktiven Magens praktisch nicht. Aber Frau Roberts versäumt es, der Frage nachzugehen, wie es mit der Pufferkapazität von basischem Wasser wirklich steht. Diese hängt auch vom Grad der Mineralisierung ab, denn es gibt sehr weiches basisches Aktivwasser und sehr hartes basisches Aktivwasser, das einen höheren Puffer aufweist. Es kommt auch darauf an, welche Art von Mineralien zusammen mit dem Aktivwasser ionisiert werden.
  • Frau Roberts betrachtet dagegen nur den Mineralstoffgehalt in nichtionisiertem Wasser und weist zurecht auf Studien der Weltgesundheitsorganisation hin, die bewiesen haben, dass mineralarmes oder gar destilliertes Wasser Gesundheitspro- bleme nach sich zieht. Sie versäumt es aber, darauf hinzu- weisen, dass basisches Aktivwasser mehr Mineralstoffe ent- hält als gewöhnliches Wasser. In Mitteleuropa, anders als in Australien, sind massenweise Mineralien im Wasser vorhan- den. Umso mehr im basischen Aktivwasser. Doch Roberts schreibt einfach den Satz, den man schon unzählige Male von Verfechtern der Umkehrosmose gehört hat, ungeprüft ab, indem sie wahrheitswidrig behauptet: „Der Mineralstoff- gehalt von kommunalem Wasser ist vernachlässigbar. Der Alkalisierungseffekt wäre zu klein, um messbar zu sein.“ (S. 13).

Tatsächlich scheint dies in Roberts‘ australischer Heimat so zu sein, denn dort ist man überwiegend auf Regenwasserzis- ternen angewiesen oder verwendet entsalztes Meerwasser. Es scheint aber, dass Frau Roberts sich mit den Tatsachen europäischer Trinkwasseranalysen niemals auseinander gesetzt hat. Nehmen wir nur mal das Wasser der drei größten Städte Deutschlands und betrachten wir die 4 wichtigsten pufferungsrelevanten Mineralien:

Ganz offensichtlich kann man also schon durch das tägliche Trinken von 2 Litern kommunalem Leitungswasser in den 3 größten deutschen Städten basenbildende Mineralien in einer Menge zu sich nehmen, die etwa bei Calcium bereits einem Siebtel bis zu einem Fünftel des Tagesbedarfs entspricht.

Dies hält Frau Roberts für nicht messbar und vernachlässigbar. Immerhin kommt man so zu einem nenenswerten Calciumgewinn, ohne in einen kalorienreichen, fetten Käse zu beißen!

Damit haben wir aber noch nicht vom basischen Aktivwasser gesprochen, dessen Mineralgehalt beim Vorgang der Elektrolyse zulasten des Sauerwassers verdichtet wird. Eine Kontrollmessung in München bei einem frisch produzierten basischen Aktivwasser pH 9,5 aus Leitungswasser hat einen Zugewinn von 30 mg Calcium und 10 mg Magnesium ergeben!

Jan Roberts Tabelle Pufferungsrelevanten Mineralien

Nicht vergessen sollte man bei der Diskussion einer basischen Wirkung auch die indirekte Folge des Trinkens von basischem Aktivwasser: Wenn wir unseren Tagesbedarf an Wasser hauptsächlich durch das Trinken dieses Wassers auffüllen und dafür, zumindest teilweise, auf saure Getränke wie Limonaden, Alkoholika, sprudelnde Mineralwässer und Kaffee verzichten, benötigt unser Körper auch nicht so viele Mineralien, um Sauermacher zu neutralisieren. Denn die sauren Getränke im Überschuss führen zu einem Missbrauch von basischen Mineralien. Anstatt unseren Knochenbau zu stützen, wird Calcium zum Abpuffern der massenweise zugeführten Säuren benutzt, anstatt beim Sport vor Muskelkrämpfen zu schützen, wird das Magnesium sinnlos verpuffert. Saure Getränke sind daher Mineralienräuber. Sie zumindest teilweise zu ersetzen, bringt einen ungeheuren Puffervorteil für den ganzen Körper.
Leitungswasser ist zwar nicht sauer, doch bei weitem nicht so entsäuerungsfähig wie basisches Aktivwasser. So brauchten wir zur Neutralisierung eines Glases Cola 32 Gläser Leitungswasser aus München, während dafür nur 16 Gläser basisches Aktivwasser (pH 9,5) aus demselben Leitungswasser erforderlich waren. Basisches Aktivwasser kann also ganz erheblich zur Entsäuerung beitragen, wie wir bereits in unserem Buch „Trink Dich basisch“ und der gleichnamigen DVD (K. H. Asenbaum, W. Irlacher, D. Ferger, München 2008/2011) dargelegt haben. Roberts springt in ihrer realitätsfernen Argumentationskette sofort zu Heilaussagen über basisches Wasser, die sie ausschließlich auf den Websites verschiedener Hersteller von Wasserionisierern gefunden haben will.

Sie schreibt, sie habe bei einer Google-Internetsuche nach Eingabe der Begriffe „Gesundheit“ und „Basisches Wasser“ 1600 Treffer gefunden, auf denen größtenteils Behauptungen von Herstellern „basischer Wasserionisierer“ zu finden wären, unter anderem über folgende Gesundheitsstörungen, die durch basisches Wasser positiv beeinflusst werden könnten:

  • Hoher Blutdruck
  • Diabetes
  • Schlechte Blutzirkulation
  • Darmträgheit
  • Allgemeine Erkältungen
  • Muskelschmerzen
  • Harnsteine
  • Langsame Wundheilung
  • Chronische Müdigkeit
  • Gicht und Arthritis
  • Morgendliche Übelkeit
  • Osteoporose
  • Diarrhöe
  • Wassereinlagerungen
  • Kater
  • Körpergeruch
  • Fettleibigkeit
  • Eine Eingabe der von Roberts angeführten Stichwörter „Gesundheit“ und „Basisches Wasser“ bei Google ergab am 23. Juli 2013 rund 9000 Treffer. Die Eingabe derselben Begriffe auf Englisch („Health“, „Alkaline Water“) führte zu 1,51 Millionen Treffern. Man muss sich fragen, vor welch langer Zeit Roberts für ihren Artikel recherchiert hat.
  • Dabei ist der Begriff „Basisches Wasser“ aufgrund seiner Ungenauigkeit gar nicht der Begriff, nach dem man suchen sollte. Gibt man die heutigen Standardbegriffe jeweils in Anführungszeichen ein, erhält man folgende Trefferquoten:

FAQ Roberts Jan-Trefferzahl

  • Doch Roberts stellt auf S. 14 ihres Artikels die rhetorische Frage: „Gibt es wissenschaftliche Belege?“ Aber sie beschäftigt sich nicht mit den 117.000 Ergebnissen, die Google am 16.9.2013 auf die Suchbegriffe „alkaline water“, „studies“ „scientific“ lieferte. Tatsächlich gibt es allein aus dem Jahr 2013 bereits 258 Treffer von Google „Scholar“. Roberts ignoriert diese überwältigende Forschungslage schlicht und spricht von „Behauptungen der Hersteller.“
  • Dieselbe Ignoranz zeichnet auch den von Roberts auf S. 15 zitierten amerikanischen Bestsellerautor Andrew Weil aus, der sich irrt oder bewusst lügt, wenn er 1999 sagt: „Diese Denkrichtung wird durch keine wissenschaftliche Untersuchung gestützt“. Denn die auch in englischer Sprache veröffentlichten Studien der zahlreichen russischen Wasserforscher durch Prilutzky und Bakhir mit 165 wissenschaftlichen Quellen- angaben waren schon zwei Jahre vor Weils Aussage auch in englischer Sprache erschienen. —> Russische Forschung. Auch die japanische und koreanische Forschung war in den USA schon seit 1990 bekannt. Auch über die deutsche Elektrolytwasser-Therapie von —> Alfons Natterer – seit 1938 als Arzneimittelspezialität in Deutschland registriert – war bereits ein englischsprachiger Artikel von Albert A. Riedel erschienen. Herr Weil hätte die Quellen nur mal lesen müssen. Man hört auch schon lange nichts mehr von ihm zu diesem Thema, doch werden seine Aussagen von 1999 immer noch gerne von Gegnern der Wasserionisierung zitiert.
  • Als weitere Autorität zitiert Roberts auf S. 14 „das Gesundheitsamt der Universität Columbia, USA“. Diese Angabe entbehrt nicht einer gewissen Dreistigkeit. Geht man nämlich der angegebenen Quelle (http://tinyurl.com/6x82j5 ) nach, stößt man keineswegs auf ein amtliches Statement, sondern den Blogbeitrag einer gewissen „Alice“ vom 9.6.2006, der auf Schulbuchniveau den allgemeinen Vorgang des Säure-/Basenausgleichs bei einem gesunden Menschen beschreibt und nicht im mindesten auf aktiviertes basisches Wasser oder eine chronische Übersäuerung eingeht.

Ohne auf andere wissenschaftliche Studien einzugehen, vergleicht Roberts basisches Aktivwasser mit dem Krebsrisiko durch Mobilfunk, zitiert aber zur Begründung keine Krebsstudien, sondern 3 Grundlagenstudien des veterinär-biochemischen Forscherteams um Prof. Toshi Watanabe. Der von Watanabe verwendete Wasserionisierer wurde schon zu Zeiten der Studien seit einigen Jahren nicht mehr hergestellt. Es handelte sich um ein Gerät der Firma Tokyo Seiden Co. Ltd., Typ Minekaru TBC-R 6103. Das damit erzeugte basische Aktivwasser hatte einen pH von 8,7 bei 20,1 mg/l Calcium, 8,6 mg Natrium, 2,1 mg Kalium und 4,4 mg Magnesium. Die sehr niedrige Mineralisierung im Vergleich zu den meisten mitteleuropäischen Leitungswässern ist typisch für japanisches Wasser.

Mit diesem Wasser wurden neugeborene Ratten „ad libitum“, also in der unkontrollierten Menge, die sie von sich aus tranken, getränkt. Ob es überhaupt sinnvoll ist, neugeborenen Ratten Wasser zu geben, anstatt sie vollständig von der Mutterratte säugen zu lassen, ist eine dabei überhaupt nicht thematisierte Frage.

Menschliche Mütter jedenfalls stillen ihre Babys in der Regel ohne Wasserzugabe. Anfangsstudie: Watanabe, T. ,u. a.: Influence of alkaline ionized water on rat erythrocyte hexokinase activity and myocardium, Journal of Toxicological Science, Mai 1997 22(2): 141-152. Hier wurden trächtige Ratten während der gesamten Tragezeit mit basischem Aktivwasser, wie oben beschrieben, getränkt. Parallel wurde eine Kontrollgruppe beobachtet, die Leitungswasser bekam.

Die neugeborenen Ratten bekamen ebenfalls Aktivwasser, die Kontrollgruppe Leitungswasser. Das Ergebnis, das Frau Roberts in ihrer Darstellung verschweigt: Die Aktivwassergruppe hatte im Alter von 3 bis 11 Wochen ein signifikant höheres Gewicht erlangt.

In der 15. Woche stieg bei männlichen Ratten der Aktivwassergruppe der Spiegel des Enzyms Hexokinase in den roten Blutkörperchen signifikant an, was auf eine erhöhte Stoffwechselaktivität hindeutet. Bei beiden Geschlechtern der Aktivwassergruppe zeigte sich gleichzeitig ein überhöhter Kaliumspiegel. Vor allem bei männlichen Mitgliedern dieser Gruppe wurden Herzmuskelschädigungen beobachtet. Zur Erklärung dieser Schäden diente die folgende, von Roberts ebenfalls unzureichend zitierte Studie:
Folgestudie: Watanabe, T. and Kishikawa, Y.: Degradation of myocardiac myosin and creatine kinase in rats given alkaline ionized water, Journal of Veterinary Medicine Science, Februar 1998, 60 (2): 245-250. Diese Studie führt die Herzmuskelschäden zurück auf einen Zuwachs der Enzymaktivität von Actomyosin ATPase und Myosin ATPase bei gleichzeitigem Rückgang der Aktivität von Kreatinkinase zurück.
Folgestudie: Watanabe, T. u. a.: Histopathological influence of alkaline ionized water on myocardial muscle of mother rats in Journal of Toxicological Science, Dezember 1998, 23 (5) S. 411-417.
Nach 15 Wochen Aktivwassergabe zeigten sich Schäden (Nekrosen) am Herzmuskel, die bei der Leitungswasser-Kontrollgruppe nicht auftraten. Das schnellere Wachstum konnte durch den höheren Gehalt der Muttermilch an Calcium, Natrium und Kalium erklärt werden und zwar in der von Roberts nicht zitierten Folgestudie, die 2 Jahre später erschien: Watanabe T, Kamata H, Fukuda Y, Murasugi E, Sato T, Uwatoko K, Pan IJ. ,Influences of alkaline ionized water on milk electrolyte concentrations in maternal rats,J Toxicol Sci. 2000 Dec;25(5):417-22

In wissenschaftlicher Hinsicht fanden die 4 Studien von Watanabe keinerlei Resonanz. Sie wurden in keiner anderen Arbeit aufgegriffen oder zitiert (außer in den eigenen Arbeiten Watanabes). Ansatzpunkt der Studien war Grundlagenforschung über den schon aus vielen früheren Forschungen bekannten Effekt der Wachstumsförderung von Zuchttieren wie Rindern, Schweinen und Geflügel durch Gabe von Aktivwasser, dessen biochemische Zusammenhänge am Rattenmodell erforscht werden sollten. Die als Nebeneffekt vorwiegend bei männlichen Ratten auftretenden Herzmuskelschädigungen oder eine Hyperkaliämie wurden weder vorher noch nachher bei größeren Tieren beobachtet, obwohl vor allem in den GUS-Staaten intensiv darüber geforscht wurde und die Tränkung mit basischem Aktivwasser häufig zur Wachstumsbeschleunigung in Zuchtbetrieben eingesetzt wird. Dass es bereits bei einem Kaliumanteil von 2,1 mg/l zu einer Hyperkaliämie bei neugeborenen Ratten kommen kann, ist immerhin bemerkenswert.
Im Leitungswasser der Kontrollgruppe waren es nur 1,7 mg/l. Eine Übertragbarkeit auf den Menschen ist kaum gegeben, da die gut abgesicherten Normen z.B. der deutschen Trinkwasserverordnung früher einen Grenzwert für Kalium von 12 mg/l angaben und heute sogar ganz auf einen Grenzwert verzichten. Die WHO sieht bei einem normalen Kaliumgehalt im Trinkwasser kein Gesundheitsrisiko für gesunde Erwachsene und gibt als Referenzwerte für die gesamte Kaliumaufnahme pro Tag einschließlich Nahrung 400 mg (Säugling) bis 5100 mg (stillende Mutter) an.
Zwei von der WHO angegebene Studien berichten von ähnlichen Problemen bei 11.000 mg Kaliumgesamtaufnahme und dem Todesfall eines 2-monatigen Säuglings, dem 1500 mg Kaliumchlorid in die Muttermilch gemischt wurden. (Vgl. Potassium in drinking-water, Background document for development of WHO Guidelines for Drinking-water Quality, 2009, WHO/HSE/WSH/09.01/7).

Freiwillig würde niemand ein so stark kaliumhaltiges Wasser trinken, da es ekelhaft bitter schmeckt und einen pH-Wert weit über der Trinkwasserverordnung (deutscher Grenzwert pH 9,5) hat. Eine Übertragbarkeit der Ergebnisse Watanabes auf Menschen ist daher nach dem Stand der Wissenschaft bei normalem
Trinkwasser, das ionisiert wird, auszuschließen.
Die WHO warnt in ihren Richtlinien aber vor kaliumbasierten Ionentauschern zur Wasserenthärtung, da diese für Menschen mit eingeschränkter Nierenfunktion, wozu auch zum Beispiel Kleinkinder zählen, zu einer Überversorgung führen könnten. Manche Länder raten daher nierenschwachen Personen überhaupt davon ab, derart behandeltes Wasser zu trinken. Ich rate generell von Wasserenthärtern für Trinkwasser ab, da sie das wertvolle —> Calcium entfernen. Tun Sie es nicht, oder nur für die Warmwasserleitung.
Übrigens: Das Mineralwasser „Überkinger Classic“ enthält 14 mg/l, „Apollinaris Classic“ sogar 30 mg/l, frisch gepresster Orangensaft 1550 mg/l Kalium. Wir sind bei diesen als sicher geltenden Nahrungsmitteln also himmelweit von den Werten der Watanabe-Babyratten-Studien entfernt, die bei maximal 2,1 mg/l Wasser lagen. Roberts „erhebliche Zweifel an der Harmlosigkeit und Sicherheit“ basischen Aktivwassers ist nichts anderes als unhaltbare Polemik.
„Unterbrochene Verdauung“. Basisches Wasser führe, meint Roberts (S. 16) und mit ihr viele andere wie Sang Whang, zu einer Gegenreaktion des Magens, um die erfolgte Säureverdünnung der Magensäuren auszugleichen. Dieser als „Säure-Rebound“ bekannte Gegenregulator-Effekt mit überschießender Steigerung der Säuresekretion aus den Belegzellen des Magens trifft aber nur auf Basenpulver wie Natron, Alka-Seltzer etc. zu. Aus diesem Grund soll man einen übersäuerten Magen nicht länger als 2 Wochen mit solchen Säurepuffern behandeln.

Gerade hatte uns Frau Roberts auf den Seiten davor noch erklärt, dass basisches Wasser nur gering gepuffert sei und die Magensäure gar nicht neutralisieren könne, nun behauptet sie das genaue Gegenteil, spricht von einem „gastritischen Ereignis“ und einem ständigen basischen Angriff
auf das Verdauungssystem, der die „Enzymproduktion unterbricht“ (S. 17) und damit „bedeutet das, dass das Trinken von basischem Wasser nach dem 40. Lebensjahr das Schlimmste ist, was Sie tun können.“
Da ihr die völlige Unhaltbarkeit dieser These sicherlich bewusst ist, formuliert sie den ganzen Vorwurf nur vorsichtig: „Wenn es so ist, dann…“
Experimentell untersucht wurde die Wirkung von basischem Aktivwasser auf den Magensaft durch V. Prilutsky und V. Bakhir. (Electrochemically activated water, Moskau 1997, S. 84,) an einer Säure-Enzymlösung (Acidin-Pepsin 5 %), die dem pH-Milieu und der Pufferung des Magens genau entspricht. Weder durch Leitungswasser noch durch basisches Aktivwasser (Mineralgehalt 200 mg/l – pH 10,2) konnte der pH-Wert der Lösung verändert werden, sondern er blieb konstant bei pH 2,4. Daraus lässt sich schließen, dass das Trinken von basischem Aktivwasser auch zu den Mahlzeiten völlig unproblematisch für den Verdauungsvorgang ist und die volle Wirkung der Verdauungsenzyme gewährleistet.

Auszug aus dem Buch von Karl Heinz Asenbaum: „Elektroaktiviertes Wasser – Eine Erfindung mit außergewöhnlichem Potential. Wasserionisierer von A – Z“
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